22.8.2014/ Europa
Ein Roman von Malen Radi:
Nina Brown und Ihre tragische Story.
Es begann einst in Bremen. Eine Frau brachte ein uneheliches Kind zu Welt und gab es gleich zur Adoption frei. Die Familie in der das Mädchen aufwuchs war sehr liebevoll, gerade der Vater aber auch der Großvater liebten das Mädchen ganz besonders. Mitte der 70er Jahre zog die Familie nach Berlin Zehlendorf. Dort hatten sie ein hübsches Haus und es ging Ihnen recht gut.
2.
Juli, fast am Ende meiner Zeit im Gefängnis, ich schaue noch einmal
zurück!
Ich, eine Frau von dreißig Jahren, ich, inzwischen Mutter von zwei Kindern, ich, mit dem Namen Anuschka Brown.
Post!
Ich schreibe unendlich viel und bekomme auch so viel Post hierher. Aber es gibt Briefe, die man hier, in Haft schreibt, die besser nie abgeschickt werden sollten.
Nie?
Mein Pfarrer, hier, mit dem ich nun fast täglich spreche, der hat noch einmal betont, dass alle Briefe der Untersuchungsrichterin vorgelegt werden. Zensur total!
Und das auch alles gegen mich verwendet werden darf. Irgendwie stelle ich mir diese Frau Dr. Eckbrecht vor, wie sie all meine private Korrespondenz liest. Dreißig Briefe wöchentlich, mit zirka immer fünf bis zehn Seiten. Das kann sie gar nicht alles lesen. Das ist irgendwie nicht nachvollziehbar. Jedenfalls, so gerne, wird sie sie nicht lesen. Dass man als Häftling absolut keine Macht mehr hat, ist erschreckend. Da man aber so ein enormes Kommunikationsbedürfnis hat und sie Seele so fürchterlich schreit, will jeder Brief auch eine Antwort! Also braucht man sehr viele Adressaten! Meisten bekomme ich aber Entschuldigungen. Meine Freunde fühlen sich schuldig, weil sie mir zu wenig schicken, mich nicht besuchen, mir zu wenig schreiben
Aber trotzdem habe ich jetzt etwas aussortiert, von dem was ich so schreibe. Im Schnitt schreibe ich pro Tag mindestens fünfzehn Seiten, das ist viel. Ich weiß! Aber ich vergesse nichts, und bekomme ich so irre viel. Mehrere Briefe täglich. Meistens auch Päckchen. Geld auf mein Haftkonto und oft bis zu drei Besucher an den zwei Tagen pro Woche, an denen man Besuch empfangen darf. Also, ich würde sagen ich bin eine Prinzessin, werde so gut behandelt und betreut und bestens versorgt. Ich fühle mich sehr, sehr geliebt. Später haben aber all diese Freunde, mir die Freundschaft gekündigt. Es war dann doch zu heftig. Dabei war ich frei und unschuldig gesprochen. Aber ab dann halt eine, die schon mal im Gefängnis saß. In meinem Kopf herrscht ein großer Salat.
Loslassen können und meine Sehnsüchte nach Träume vergessen, damit ich es schaffe mir ein Leben auf Nummer sicher aufzubauen.
Nun bin ich also endlich ausgeliefert worden, und im neuen Gefängnis angekommen. Immerhin bin ich wieder in meiner Heimat, der Stadt meiner Vorfahren und kann wieder sprechen und verstanden werden. Spüre wie verloren ich dort war, im Ausland.
Plötzlich überschwappt mich eine Welle der Gefühle. So gerne würde ich einen vernünftigen Ehemann finden und eine Familie mit der ich mich identifizieren kann. Wie sehr habe ich mich dann mit dem Klan identifiziert und wie sehr diese große Familie geliebt!
Im Radio, eine Sendung über den Amazonas. Wie vertraut mir das brasilianisch ist. Wie groß meine Sehnsucht nach Amerika. Wie sehr ich dort die Atmosphäre und das Klima genossen habe. Träume davon wieder meine Zelte abzubrechen. Alles, was ich habe, möchte ich aber gut untergebracht wissen. Alle die mich jetzt so reich unterstützt haben, denen möchte ich irgendwie ein echtes Dankeschön zukommen lassen. Bewegungsfreiheit, wie sehr sehne ich mich wieder danach. Spazieren gehen in einem Park, im Wald. Die Natur spüren. Oh, diese Radiosendung hat mich wirklich weit weg gebeamt.
Aber das ist ja kein Wunder, als Häftling!
_________
Als Häftling hat man typische Gefängnis-Symptome.
Eine andere Zelle bedeutet auch immer gleich ein anderes Leben. Andere Freundschaften, andere Feindschaften! Eben total andere Verhältnisse. Ehemalige Mithäftlinge, mit denen soll man nie wieder zu tun haben. Eine Zeit, welche man besser vergisst und nicht mehr aufwärmt. Vielleicht habe ich auch deswegen so lange gebraucht mich an dieses Buch heran zu wagen.
Meine Leidensgenossinnen:
Frances Decang
Ilse Sommer
Suzanna Zuep
Marietta Brown
Beatrice Bancel
Elena Licht
Jacquline Hagebuch
Rose-Marie Zeppelin
Gisele Anders
Charlotte Fink
Kathrin Gruen
Lilli Blau
Winnie Buchbaum
Angela Carlos
Anuschka Gordon
Valentina Philipp
Zoe Hochegger
Lisbeth Muni
Paulina Kraus
Sophia Mühlbach
Nina Brown
" ...Und wir schwammen gegen die Strömung und rannten gegen den Wind!"
__________________________________________________
Eine Frau berichtet, eine Frau träumt, eine Frau schreibt und liest. Wie heißt sie? Wer ist sie. Sie hat viele Gesichter und verschieden Identitäten. Sie liebt es in andere Rollen zu schlüpfen und sich ein anderes Leben auszumalen, eines das nicht ihre Wirklichkeit ist, denn sie ist jetzt im Gefängnis und schreibt auch Ihrem Leben. Auszüge aus Ihren Tagebüchern und aus Ihren Gedankenfolgen, samt den Interviews der obigen Begegnungen.
Was ist ein typisches Gefängnissyndrom? Die Fiktion, als Realität verwirklichen zu wollen. Sich an einen Strohhalm zu klammern und seine Phantasie entwickeln zu lassen. Und die Ereignisse draußen!
Wie klingen die hinter Gitter?
Sowie die Träume, was wird aus ihnen?
Die kleinste Kleinigkeit wird wichtig. Das Große, die Liebe zum Leben bleibt im Fokus und wird groß. Maßstäbe verzerren. Groß und Klein, wichtig und unwichtig werden irrelevant und verschieben sich in eine andere Dimension und Wirklichkeit.
Blättere immer wieder in dem Buch, "Die Kunst des Sehens". Wie sehe ich nun die Dinge. Was ist mir wichtig und was unwichtig? Wie schärfe ich meinen Blick.
Das Kapitel, über die Erinnerung als Grundlage des Erkennens, hat es mir besonders angetan. Zugleich lese ich etwas von Imre Kertész. Und denke, ich fühle mich ebenso, wie es denen gegangen sein muss, die abgeholt wurden. Man weiß nicht mehr, was aus einem werden wird. Man weiß nur, andere werden entscheiden und man ist die Gedemütigte und das Opfer. Für immer. Ich nun ein Häftling und später ein Exhäftling, hoffentlich bald, aber das für immer. Ein Stempel der bleibt, ein Zeichen das prägt
Sinneseindrücke sind für mich unendlich wichtig. Und so nehmen meine Träume gerade in den Morgenstunden immer noch einen großen Platz in meinen Gefühlswelten ein. Immer wieder habe ich viele Schwestern und eine sehr große Familie. Meistens sind es große Häuser, die ich durchwandere. Immer geht es um Gegenstände und das Recht diese zu bewegen oder nicht und natürlich darum, wer welche Salons und Etagen benutzen darf. Diese alten Schlösser und Herrenhäuser sind immer schwanger an Emotionen und Erinnerungen, es sind immer wieder auch sehr große emotionale Katastrophen in ihnen verborgen. Heute beginne ich mit meinen Interviews: Zuerst Nina Brown, dann Frances Decang, beide sehe ich nur beim Spaziergang im Hof. Später dann, die anderen vier, mit denen ich gerade in einer Zelle zusammen stecke: Ilse Sommer, Suzanna Zuep, Marietta Brown und Beatrice Bancel.
Nina Brown schaut heute gut aus, sie ist fröhlich aufgelegt, zum Glück:
Ich, eine Frau von dreißig Jahren, ich, inzwischen Mutter von zwei Kindern, ich, mit dem Namen Anuschka Brown.
Post!
Ich schreibe unendlich viel und bekomme auch so viel Post hierher. Aber es gibt Briefe, die man hier, in Haft schreibt, die besser nie abgeschickt werden sollten.
Nie?
Mein Pfarrer, hier, mit dem ich nun fast täglich spreche, der hat noch einmal betont, dass alle Briefe der Untersuchungsrichterin vorgelegt werden. Zensur total!
Und das auch alles gegen mich verwendet werden darf. Irgendwie stelle ich mir diese Frau Dr. Eckbrecht vor, wie sie all meine private Korrespondenz liest. Dreißig Briefe wöchentlich, mit zirka immer fünf bis zehn Seiten. Das kann sie gar nicht alles lesen. Das ist irgendwie nicht nachvollziehbar. Jedenfalls, so gerne, wird sie sie nicht lesen. Dass man als Häftling absolut keine Macht mehr hat, ist erschreckend. Da man aber so ein enormes Kommunikationsbedürfnis hat und sie Seele so fürchterlich schreit, will jeder Brief auch eine Antwort! Also braucht man sehr viele Adressaten! Meisten bekomme ich aber Entschuldigungen. Meine Freunde fühlen sich schuldig, weil sie mir zu wenig schicken, mich nicht besuchen, mir zu wenig schreiben
Aber trotzdem habe ich jetzt etwas aussortiert, von dem was ich so schreibe. Im Schnitt schreibe ich pro Tag mindestens fünfzehn Seiten, das ist viel. Ich weiß! Aber ich vergesse nichts, und bekomme ich so irre viel. Mehrere Briefe täglich. Meistens auch Päckchen. Geld auf mein Haftkonto und oft bis zu drei Besucher an den zwei Tagen pro Woche, an denen man Besuch empfangen darf. Also, ich würde sagen ich bin eine Prinzessin, werde so gut behandelt und betreut und bestens versorgt. Ich fühle mich sehr, sehr geliebt. Später haben aber all diese Freunde, mir die Freundschaft gekündigt. Es war dann doch zu heftig. Dabei war ich frei und unschuldig gesprochen. Aber ab dann halt eine, die schon mal im Gefängnis saß. In meinem Kopf herrscht ein großer Salat.
Loslassen können und meine Sehnsüchte nach Träume vergessen, damit ich es schaffe mir ein Leben auf Nummer sicher aufzubauen.
Nun bin ich also endlich ausgeliefert worden, und im neuen Gefängnis angekommen. Immerhin bin ich wieder in meiner Heimat, der Stadt meiner Vorfahren und kann wieder sprechen und verstanden werden. Spüre wie verloren ich dort war, im Ausland.
Plötzlich überschwappt mich eine Welle der Gefühle. So gerne würde ich einen vernünftigen Ehemann finden und eine Familie mit der ich mich identifizieren kann. Wie sehr habe ich mich dann mit dem Klan identifiziert und wie sehr diese große Familie geliebt!
Im Radio, eine Sendung über den Amazonas. Wie vertraut mir das brasilianisch ist. Wie groß meine Sehnsucht nach Amerika. Wie sehr ich dort die Atmosphäre und das Klima genossen habe. Träume davon wieder meine Zelte abzubrechen. Alles, was ich habe, möchte ich aber gut untergebracht wissen. Alle die mich jetzt so reich unterstützt haben, denen möchte ich irgendwie ein echtes Dankeschön zukommen lassen. Bewegungsfreiheit, wie sehr sehne ich mich wieder danach. Spazieren gehen in einem Park, im Wald. Die Natur spüren. Oh, diese Radiosendung hat mich wirklich weit weg gebeamt.
Aber das ist ja kein Wunder, als Häftling!
_________
Als Häftling hat man typische Gefängnis-Symptome.
Eine andere Zelle bedeutet auch immer gleich ein anderes Leben. Andere Freundschaften, andere Feindschaften! Eben total andere Verhältnisse. Ehemalige Mithäftlinge, mit denen soll man nie wieder zu tun haben. Eine Zeit, welche man besser vergisst und nicht mehr aufwärmt. Vielleicht habe ich auch deswegen so lange gebraucht mich an dieses Buch heran zu wagen.
Meine Leidensgenossinnen:
Frances Decang
Ilse Sommer
Suzanna Zuep
Marietta Brown
Beatrice Bancel
Elena Licht
Jacquline Hagebuch
Rose-Marie Zeppelin
Gisele Anders
Charlotte Fink
Kathrin Gruen
Lilli Blau
Winnie Buchbaum
Angela Carlos
Anuschka Gordon
Valentina Philipp
Zoe Hochegger
Lisbeth Muni
Paulina Kraus
Sophia Mühlbach
Nina Brown
" ...Und wir schwammen gegen die Strömung und rannten gegen den Wind!"
__________________________________________________
Eine Frau berichtet, eine Frau träumt, eine Frau schreibt und liest. Wie heißt sie? Wer ist sie. Sie hat viele Gesichter und verschieden Identitäten. Sie liebt es in andere Rollen zu schlüpfen und sich ein anderes Leben auszumalen, eines das nicht ihre Wirklichkeit ist, denn sie ist jetzt im Gefängnis und schreibt auch Ihrem Leben. Auszüge aus Ihren Tagebüchern und aus Ihren Gedankenfolgen, samt den Interviews der obigen Begegnungen.
Was ist ein typisches Gefängnissyndrom? Die Fiktion, als Realität verwirklichen zu wollen. Sich an einen Strohhalm zu klammern und seine Phantasie entwickeln zu lassen. Und die Ereignisse draußen!
Wie klingen die hinter Gitter?
Sowie die Träume, was wird aus ihnen?
Die kleinste Kleinigkeit wird wichtig. Das Große, die Liebe zum Leben bleibt im Fokus und wird groß. Maßstäbe verzerren. Groß und Klein, wichtig und unwichtig werden irrelevant und verschieben sich in eine andere Dimension und Wirklichkeit.
Blättere immer wieder in dem Buch, "Die Kunst des Sehens". Wie sehe ich nun die Dinge. Was ist mir wichtig und was unwichtig? Wie schärfe ich meinen Blick.
Das Kapitel, über die Erinnerung als Grundlage des Erkennens, hat es mir besonders angetan. Zugleich lese ich etwas von Imre Kertész. Und denke, ich fühle mich ebenso, wie es denen gegangen sein muss, die abgeholt wurden. Man weiß nicht mehr, was aus einem werden wird. Man weiß nur, andere werden entscheiden und man ist die Gedemütigte und das Opfer. Für immer. Ich nun ein Häftling und später ein Exhäftling, hoffentlich bald, aber das für immer. Ein Stempel der bleibt, ein Zeichen das prägt
Sinneseindrücke sind für mich unendlich wichtig. Und so nehmen meine Träume gerade in den Morgenstunden immer noch einen großen Platz in meinen Gefühlswelten ein. Immer wieder habe ich viele Schwestern und eine sehr große Familie. Meistens sind es große Häuser, die ich durchwandere. Immer geht es um Gegenstände und das Recht diese zu bewegen oder nicht und natürlich darum, wer welche Salons und Etagen benutzen darf. Diese alten Schlösser und Herrenhäuser sind immer schwanger an Emotionen und Erinnerungen, es sind immer wieder auch sehr große emotionale Katastrophen in ihnen verborgen. Heute beginne ich mit meinen Interviews: Zuerst Nina Brown, dann Frances Decang, beide sehe ich nur beim Spaziergang im Hof. Später dann, die anderen vier, mit denen ich gerade in einer Zelle zusammen stecke: Ilse Sommer, Suzanna Zuep, Marietta Brown und Beatrice Bancel.
Nina Brown schaut heute gut aus, sie ist fröhlich aufgelegt, zum Glück:
Die unglaubliche Geschichte einer Verführung.
Heute
lernte sie Nina Brown kennen. Nach einigen Tagen beginnt diese auch,
Ihr, Ihre Geschicht zu erzählen. Sie hatte einen langweiligen Job
und vertrieb sich die Stunden mit chatten im Internet. Am Liebsten
war sie in Partnerbörsen unterwegs. So zum Beispiel academic
partners. Dort wurde ganz gut ausgewertet und eines Tages wurde sie
von einem Morando angeschrieben. Er gefiel ihr schon auf dem Foto.
Ein Pilot, und gut gebaut und mit einem strahlendem Gesicht. Nun er
fragte sie ober er sie nicht einmal besuchen dürfte. Er würde sich
ein ganzes Wochenende Zeit nehmen. Sie könnten sich kennenlernen. Es
dauerte ziemlich lange bis sie einem freien Termin in Ihren
Arbeitskalender gefunden hatten, der übereinstimmte. Dann stellte
sie plötzlich fest, das dies aufgerechnet ihr Geburtstag war. Da sie
sonst noch nichts geplant hatte, sagte sie ja. Aber wie sollte sie
ihn empfangen? Wie aufnehmen. Er kam spät am Abend an und beide
waren sie eigentlich zu müde für ein Rendezvous. Also beschlossen
sie, das er erst einmal im Gästezimmer schlafen sollte und sie sich
dann am nächsten Tag in Ruhe kennenlernen würden. Er gefiel ihr
aber sofort und so fiel der Gutenachtkuß bereits recht zärtlich
aus. Am nächsten Morgen machte sie wirklich ein königliches
Frühstück und brachen danach auf. Es war geplant eine Reise zu
machen, da er zwei Termine in der Gegend hatte und so könnten sie
dann gemeinsam in Richtung Meer aufbrechen um dort noch einen schönen
Tag zusammen verbringen. Schon während der Autofahrt flirteten sie
immer heftiger miteinander und konnten es kaum erwarten im Hotel
anzukommen. Dort war es dann auch keine Frage mehr, ob getrennt
Zimmer, nein sie waren bereits ein Paar. Schlüpften schnell unter
die Deck, es war erst Nachmittag, aber sie hatte es eilig. Die
Paarung vollzog sich zügig und voller Begehren. Anschließen fuhren
sie auf den ersten der zwei Termin, hatten ein tolle Abendessen und
gute Gespräche, sehnten sich aber bereits wieder sehr nach den
Federn. Es wurde eine ziemlich beglückende Liebesnacht. Am folgenden
Tag machten sie eine herrlichen Ausflug zu einem der kleinen
Flughäfen, direkt am See und anschließend landeten sie schon wieder
im Bett. Auf der Fahrt zum Meer hatten sie nur noch das gemeinsame
Fliegen und diverse Begegnungen im Kopf, wie sie sich sie vorstellen
konnten eine längere Liebschaft zu beginnen. Er zeigt Ihr dann
seinen Flieger und noch einiges mehr. Sie war ziemlich verliebt. Sei
speisten nun öfters zusammen und trafen sich an den unmöglichsten
geheimen Orten. Er wollte das sie für ihn arbeiten sollte und
verschaffte ihr einen kleinen Auftrag. Doch plötzlich kühlte er ab.
Es gab viele Schwierigkeiten die Lovestory geheim zu halten und sie
verstrickten sich beide immer mehr in Lügen. Letztendlich beschloss
er mit ihr Schluss zu machen. Für sie begann einen Zeit der
Traurigkeit. Etwas hing sie ihm noch hinterher und versucht ihn zu
treffen, aber irgendwann gab sie auch das auf. Nur online blieben sie
zusammen und begegneten sich noch manchmal virtuell. Eines Tages
bekam sie einen Anruf, sie solle zum Flughafen kommen, er wolle sie
mitnehmen, auf eine kleine Reise. Im Flieger stellte sich heraus, das
noch ein zweiter Freund dabei war. Sie sollte daher hinten sitzen,
was sie nur ungern tat, weil sie so nicht übernehmen konnte, aber
sie doch so irre gerne selber flog. „On Komand“ zu sein, ist
einfach das Beste.
Als
sie landeten, war die Stimmung recht gut, als sie ausstiegen, half
ihr der neue Bekannte und griff sie recht keck an. Plötzlich wußte
sie, daß die zwei eigentlich einen Sexausflug mit ihr vorbereitet
hatten. Sie gingen in den Hanger und gratulierten sich für den
schönen Flug, dann wurde ein Sekt geöffnet und plötzlich begannen
beide sie auszuziehen. Da sie sehr überrascht war, war sie
gleichzeitig auch recht erotisiert. Es ging dann alles recht zügig
und unromantisch, aber danach hatten sie die Idee noch ins Dorf zum
Essen zu gehen und eventuell sogar dort zu übernachten. Natürlich
mit weiterem Grinsen im Gesicht. Nina war überrumpelt und wusste
nicht, wie sie aus der Situation herauskommen sollte. Sie hatte
einfach nur noch das Bedürfnis nach Hause zu fliegen.
Der
Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch, heute meist Simplicius
Simplicissimus, ist ein Schelmenroman und das Hauptwerk von Hans
Jakob Christoffel von Grimmelshausen, erschienen 1668, datiert auf
1669.[1] Er gilt als der erste Abenteuerroman und als das wichtigste
Prosawerk des Barocks in deutscher Sprache.
Grimmelshausen
veröffentlichte den Roman unter dem Pseudonym German Schleifheim von
Sulsfort, einem Anagramm seines richtigen Namens Christoffel von
Grimmelshausen. Das Werk beschreibt den Lebensweg von Melchior
Sternfels von Fuchshaim (ebenfalls ein Anagramm des Autors), der im
Dreißigjährigen Krieg als Kind von Soldaten verschleppt wird, es
zum Offizier bringt, mehrfach die Seiten wechselt und schließlich
der Welt entsagt und Einsiedler wird. Der Simplicissimus hat zwar
stark autobiographische Züge, ist jedoch kein Schlüsselroman.
In
der Nacht geschah es dann, dieser blöde zweite Typ bekam einen
Herzanfall und starb. Die Polizei verdächtigte sie sofort des Mordes
und so kam sie in Haft. Dumm gelaufen. Nun sitzt sie hier und weint
und keiner von uns weiß, wie man sie trösten kann. Es sieht auch
nicht so gut aus, weil scheinbar ein Motiv konstruiert wurde, welches
gegen sie spricht. Aber das war heute einfach noch gar nicht
herauszubekommen.
Weine
nicht, Anuschka, weine nicht Nina, auch die Zeit im Gefängnis ist
irgendwann vorbei, dachten wir damals!
Die
ganze Geschichte ist so der Anfang zu einem sehr tragischen weiteren
Leben, diese Nina Brown. Ich habe es damals nicht für möglich
halten wollen. Diese Frau hat es tatsächlich geschafft frei zu
kommen und Ihre Unschuld zu beweisen. Aber kaum war sie frei,
verliebt sie sich in eine Ägypter, heiratet ihn sofort und geht mit
ihm nach Kairo. Ich habe Sie dann aus den Augen verloren. Aber ein
paar Bilder hat sie mir noch geschickt ganz eingekleidet und völlig
vermummt. Sie war nun keine Christin mehr und musst sich ganz
einordnen in diese neue Rolle als Muslimin.
Bald
bekamen sie Kinder. Und mussten in den Süden des Landes zur Mutter
und dem Rest der Familie. Die politischen Unruhen und all der Wirbel
der dort herrschte machte das Leben in Kairo nicht mehr möglich. Auf
einmal nahm sie Kontakt mit mir auf. Es begann schwierig zu werden.
Sie wollte zurück nach Deutschland. Aber wie?
Aber
ich bin stolz irgendwie hat sie es geschafft Ihren Mann zu überreden
und für ihn und ihre Kinder eine Visum für München bekommen. Dort
hatte sie die Chance als Mitarbeiterin in einer Werbeagentur eines
Bekannten eine Stelle anzunehmen. Das war auch der Grund, warum die
Einbürgerung recht schnell ging. Wir trafen uns dann zum ersten mal
wieder, nach fast 10 Jahren. Ich habe sie kaum erkannt. Sie war fast
mollig geworden und hatte ganz traurige Augen. Ihre eigene Familie
hat sich komplett von ihr zurückgezogen. Es waren für alle viel zu
viel Turbulenzen!
Ich
wußte auch nicht gleich, wie ich ihr helfen konnte. Ihre Kinder
waren sehr lieb und ich begann mit beiden regelmäßig auf den
Spielplatz zu gehen. Die eine hieß Fatima und die andere Anima, sie
waren 5 und 8 Jahre alt und sprachen fast kein deutsch. Wir mussten
für sie eine arabische Schule finden und ihnen auch den Zugang zu
einer moslemischen Glaubensgemeinschaft ermöglichen. Der Vater,
Achmed, wollte gerne, dass sie auch wenigsten den kleinen
Kinderschleier trugen und beide taten es gerne für ihn. Sie war
extrem brav und wohlerzogen. Die Liebe und Geborgenheit, welche ihnen
ihr Vater geben konnte war immer spürbar. Die Mutter, Nina lebte mit
den verschiedensten diffusen Gefühlen. Einerseits mochte sie diese
Flair der arabischen Welt und andererseits war sie ja eine
emanzipierte Frau und jetzt auch die Ernährerin der Familie. Ich
arbeitet damals beim Rundfunk und hatte oft Schichtdienst, so konnte
ich mich ihnen recht viel widmen, was ich auch sehr gerne tat. Ich
führte sie ein in meinen Münchner Freundeskreis und wir hatten
zahlreiche Kontakte zu anderen jungen Familien und sehr viele
Freunde. München ist eine sehr tolerante Stadt. Sie war recht
exotisch, meine Freundin Nina mit Ihrem Mann und den zwei Töchtern.
Und sie sahen so irre gut aus! Jedenfalls dauerte es nicht lange das
sie auch eine schöne Wohnung fanden und sich gut eingelebt hat. Fast
zu gut. Ich wurde etwas eifersüchtig auf ihr Glück. Nun es sollte
nicht lange halten. Man kann es einfach nicht glauben. Eines Tages
bekam ich ein Anruf. Die Kinder und Ihr Mann sind weg!
Bei
uns läuteten sofort alle Alarmglocken. Wir schalteten die
Nachrichten an.
Stand:
07.08.2014 17:13 Uhr
Teile
der Hamas lehnen Ägypten als Vermittler im Gaza-Konflikt ab. Die
dortige Regierung geht mit aller Härte gegen die Muslimbruderschaft
vor, einer der Wurzeln der Hamas. Aus Sicht der Palästinenser und
Israels spricht dennoch viel für Ägypten.
Hans
Michael Ehl, ARD-Hörfunkstudio Kairo
Ägyptens
Außenminister Sameh Schukri: Sein Land ist nicht nur Gastgeber der
Gaza-Verhandlungen, sondern spielt dabei auch sonst eine zentrale
Rolle.
Für
manche Hamas-Vertreter hat man mit Ägypten als Vermittler im
Gaza-Konflikt den sprichwörtlichen Bock zum Gärtner gemacht. Für
sie ist das Land eindeutig parteiisch und macht gemeinsame Sache mit
Israel, um die Hamas als politischen Player in Nahost mundtot zu
machen.
Aufgrund
der aktuellen Entwicklungen in Ägypten ist das eine verständliche
Einschätzung: Die Hamas hat ihre Wurzeln unter anderem in der
ägyptischen Muslimbruderschaft, die dort inzwischen als
Terrororganisation verboten ist und deren Anhänger zu Zehntausenden
im Gefängnis sitzen - vielen droht gar die Todesstrafe. Auch
Hamas-Mitgliedern wird in Ägypten der Prozess gemacht, weil sie
angeblich 2011 Führern der Muslimbruderschaft die Flucht aus
Gefängnissen in dem Land ermöglicht haben. Angriffe von
Dschihadisten auf Polizeistationen und Armeestützpunkte im Norden
der Sinai-Halbinsel sollen auch mit Hilfe aus dem Gazastreifen
ausgeführt worden sein.
Niemand sonst hat Grenzen zu Israel und nach Gaza
Deshalb
haben die ägyptischen Verantwortlichen von Anfang an auf
Palästinenserpräsident Machmud Abbas und gemäßigte
Palästinensergruppen gesetzt - und die Hamas bei den ersten
Vermittlungsversuchen nicht einmal über ihre Vorschläge informiert.
Die Terrororganisation hatte deshalb Katar und die Türkei als
Alternative ins Spiel gebracht.
Doch
Ägypten bietet sich als natürlicher Vermittler zwischen Israel und
Palästinensern an. Wegen der ausgezeichneten Kontakte zwischen
ägyptischen und israelischen Geheimdiensten hat sich das Land
mehrfach in Verhandlungen profiliert. Auch die aktuellen indirekten
Gespräche zwischen Palästinensern und Israel laufen über das Büro
des ägyptischen Geheimdienstchefs. Als einziges Land hat Ägypten
eine Grenze zu Israel und dem Gazastreifen und wäre direkt von einer
Öffnung der Grenzen betroffen. Ägypten ist neben Jordanien das
einzige arabische Land, das einen Friedensvertrag mit Israel
geschlossen hat.
Etwas
pathetisch brachte der palästinensische Botschafter in Kairo jetzt
die Rolle Ägyptens als Vermittler im Nahostkonflikt auf den Punkt:
Das Land sei eben "das Rückgrat der arabischen Welt".
Ägypten
als geeigneter Vermittler im Gaza-Krieg?
H.M. Ehl, ARD Kairo
07.08.2014 20:58 Uhr
H.M. Ehl, ARD Kairo
07.08.2014 20:58 Uhr
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zu diesem Thema:
Von Lisa Just
Im
Rahmen der Workshopreihe „Pädagogische Konzepte gegen
Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft“ konzipierten die
Pädagoginnen und Pädagogen der Kreuzberger Initiative gegen
Antisemitismus (KIgA) ein Planspiel zur Staatsgründung Israels.
Ausgangspunkt
war die konstatierte Zunahme antisemitischer Äußerungen und
dahinter stehender Haltungen seit Beginn der zweiten Intifada im Jahr
2002. Der Nahostkonflikt sei dabei zur Projektionsfläche für
antisemitische Ressentiments geworden, so die Autoren. Mit ihrem
Ansatz möchten sie der verkürzenden Darstellung des Konflikts als
einer Auseinandersetzung zwischen „den Israelis“ und „den
Palästinensern“ entgegen wirken. Indem sich Jugendliche mit der
Geschichte des Konflikts auseinandersetzen, sollen die Komplexität
der Situation und die Haltungen unterschiedlicher Interessengruppen
nachvollzogen werden.
Das
Planspiel beginnt mit einem Quiz zum Wissensstand der Teilnehmenden,
bevor sie sich in Kleingruppen den historischen Hintergrund des
Konflikts erarbeiten sollen. Auf diese Weise sollen die Ursachen des
Konflikts beleuchtet und die Unterschiedlichkeit der Interessen
kennen gelernt werden.
Erst
nach dieser einleitenden Einheit beginnt die Vorbereitung des
eigentlichen Planspiels. Dazu werden die acht verschiedenen
Rollenkarten an Kleingruppen mit jeweils 2-3 Teilnehmerinnen und
Teilnehmern verteilt. Die verschiedenen Rollen sind: Großbritannien
(mit doppelter Stimmenanzahl), Zionisten um Ben Gurion,
revisionistische Zionisten, Großmufti von Jerusalem, Nassashibis,
Transjordanien und Ägypten. Verhandelt wird über die Umstände der
Staatsgründung Israels.
Mindestens
ebenso wichtig wie das Spiel ist die Auswertung dessen, da Planspiele
großes Konfliktpotential in sich tragen, unabhängig vom Thema. Doch
gerade bei diesem Thema sind die vorgefassten Meinungen und Emotionen
oft so stark, dass es den Spielablauf erheblich beeinflussen kann.
Die Spielauswertung muss das auffangen.
Die
Materialien bestehen aus den Quizfragen (mit jeweils mehreren
möglichen Antworten), einem in jugendgerechter Sprache verfassten
Übersichtstext über die historischen Hintergründe, die acht
verschiedenen Rollenkarten, einem Beobachtungsbogen für alle als
Beobachter eingeteilten Teilnehmer sowie einem Arbeitsblatt samt
Kartenmaterial zur Staatsgründung Israels.
Die
KIgA hat ein weiteres Rollenspiel zum Nahostkonflikt konzipiert und
getestet, dessen Ausgangspunkt aber die gegenwärtige Lage in der
Region ist. Innovativ ist daran, dass es eine Mädchen- sowie eine
Jungenversion des Spiels gibt. Aus den Erfahrungen der Pädagoginnen
und Pädagogen heraus scheint dies angemessen zu sein, um
unterschiedliche Reaktionen, die vermutlich mit Geschlechterrollen
zusammenzuhängen, aufzufangen.
Hilfreich für die Vorbereitung dieses Planspiels ist eine Spielauswertung, welche die Pädagog/innen der KIgA veröffentlicht haben. Darin werden mögliche Konfliktlinien und Probleme bei der Durchführung des Planspiels deutlich. Dazu mehr.
Hilfreich für die Vorbereitung dieses Planspiels ist eine Spielauswertung, welche die Pädagog/innen der KIgA veröffentlicht haben. Darin werden mögliche Konfliktlinien und Probleme bei der Durchführung des Planspiels deutlich. Dazu mehr.
Zum
Weiterlesen:
Christel Schrieverhoff hat einen lesenswerten Beitrag zur Frage der Objektivität im Nahostkonflikt verfasst. Darin gibt sie einen Überblick über festgefahrene Positionen in der deutschen Berichterstattung über den Konflikt. Anhand dessen stellt sie verschiedene Forschungsansätze und Methoden zur Urteilsbildung vor.
Christel Schrieverhoff hat einen lesenswerten Beitrag zur Frage der Objektivität im Nahostkonflikt verfasst. Darin gibt sie einen Überblick über festgefahrene Positionen in der deutschen Berichterstattung über den Konflikt. Anhand dessen stellt sie verschiedene Forschungsansätze und Methoden zur Urteilsbildung vor.
Zum
Beitrag von Christel Schrieverhoff:
http://www.dialog-sowi.de/Nahostkonflikt.pdf
Ich
hab dann dieses wunderbare Unterrichtsmaterial entdeckt und begonnen
mich richtig einzulesen in einem Affentempo. Weil, was sollten wir
tut. Wo waren Achmed und die zwei Mädchen?
Liebe
Anuschka, ich beginne einmal mit meiner Qualifikation als Mutter und
damit für den Wohlstand und die Sicherheit meiner Kinder zu sorgen.
Das hat bereits damit begonnen, daß ich sehr lange gewartet habe,
bis ich den richtigen Vater für meinen Kinderwunsch ausgewählt
habe. Mir war es wichtig in eine konservative Großfamilie
hineinzuheiraten, in der ich eine gute Position bekomme, wir einen
gut funktionierendem Betrieb für die Grundversorgung und ein Haus
zu haben.
Außerdem war es mir wichtig einen Mann mit einem guten Charakter und Gewissen, der gläubig ist zu heiraten und die Sicherheit zu haben, daß er eine Familie gründen möchte, Kinder aufziehen will und seine Position als Vater und Miterzieher nie in Frage stellt. Ich wollte für meine Kinder eine echten Vater, der für sie da ist, sich Zeit nimmt und seine Arbeit im Haus hat, so daß sie ihn viel sehen und wir ein glückliches und enges Familienleben mit den Verwandten und Freunden pflegen können. Meine Wahl in die Geborgenheit einer großen Familie zu ziehen war, auch zum Schutz meiner Kinder vor den Übergriffen in die persönliche Freiheit und Entwicklung, die man schnell in einer Stadt von heute erleben kann. So war mir der Glaube und die Religionsausübung ebenso wichtig, wie der Zusammenhalt zwischen den Geschwistern, bereits in den früheren Generationen. Behütet und geborgen sollten meine Kinder sein, ebenso in einem sorgenfreien Haushalt aufwachsen, mit gesunden und glücklichen Eltern. Ich selbst wollte gerne Hausfrau sein und für meine Familie und die Bedürfnisse im Haus sorgen. Meine Beruf und meine Lust am Fliegen habe ich zwar sehr gerne, aber ich konnte mir gut vorstellen, damit für eine Weile aufzuhören.
So bin ich 1998 eine Ehe eingegangen mit einem mir fast unbekannten Mann, der aber äußerlich all diese Dinge bereitzustellen schien. Die Unsicherheiten, Gefahren und Probleme seiner Situation und der Lage seiner Firma und seines Landes, waren nicht offensichtlich. Als ich begann mich zu positionieren und mir eine Zukunft vorzustellen, stand ich plötzlich vor scheinbar unlösbaren Problemen. Der Betrieb war eine Katastrophe und am Ende, die ganze Fabrikanlage in einem sehr desolaten Zustand. Der andere Familienbetrieb in Kairo, ebenfalls nicht gewinnorientiert. Betriebswirtschaftlich sinnvoll zu wirtschaften war eine Frage von klaren Rechnungen und Zahlen. Bald hatte ich dieses wackelige Konstrukt durchschaut. Das Gestüt zu bewirtschaften, die Plantage und die Fabriken ebenfalls nicht effizient. Die gerade errichtete Autofabrik, wies alle möglichen innovativen Mängel und Sorgen auf, und war ebenso eher ein Desaster.
Dazu kamen die Arbeitsgewohnheiten und Mitarbeiter, welche alten Strukturen unterworfen ebenfalls nicht besonders effizient arbeiteten. Mein Mann war sichtlich alleine überfordert und körperlich sowie seelisch sehr belastet. Dazu kam plötzlich die Diagnose "Burn Out", und so beschlossen wir nach München zu gehen, wo man mir einen Job anbot.
Ich habe also rasch gehandelt und mir mit einigen Bekannten versucht eine Lösung zu überlegen. allerdings geknebelt von den Vorstellungen meines Schwiegervaters, der meinte Frauen seien nur dazu da Kinderwägen zu schieben. Das habe ich schon aus Prinzip gar nicht tun wollen. Ich habe mich daher auf meine eigenen Qualifikation gestützt und überlegt, wie ich meine Karriere weiter ausbauen könnte und einen Coach gesucht, welcher mich in die Kandidatur in München steckte, für eine Managerkarriere. Dort war ich als einzig entsprechend ausgebildete Frau unter den ersten 6 in auf der Karriereleiter, was mich ein Jahr lang beschäftigte. Diese Arbeit brachte mich dann nach München und so hatte ich einen guten Abstand zu den Sorgen meines Mannes. Als dann meine 2. Tochter Anima unterwegs kam er sofort zu mir und Fatima. Leider kamen dann mehrere Tragödien auf uns zu, neben der Weltwirtschaftkrise, mußte mein Mann seinen ersten Kuraufenthalt annehmen, da er völlig zusammenbrach. Ich wußte mir nur mehr zu helfen. Wenn man diese Ereignisse genauer beleuchtet stellt man fest, daß es mir nur um das Wohl meiner kleinen Familie ging und ich nur daran gedacht habe, was wir tun, wenn uns seine Firma nicht mehr tragen kann.
Diese Voraussicht und Planung beweist meine Positionierung als verantwortungsbewusste Mutter und Ehefrau und außerdem die Liebe zu meinem Mann und meinen Kindern. Hier zu sagen ich hätte mich selbst verwirklichen wollen ist unsinnig. Das ich nicht Karriere machen wollte, sondern eine glückliche Mutter, Ehefrau mit Großfamilie sein wollte, beweist mein Umzug. So möchte ich noch einmal aufmerksam machen darauf, daß nicht ich die Scheidung eingereicht habe, sondern er und das er es ist der nun versucht die Ehe zu annullieren und noch einmal geheiratet hat um einen Sohn und Erben für seine Firma zu haben. Denn eines der Hauptgründe war sicherlich, daß ich keine Sohn auf die Welt gebracht habe. Und natürlich seine Familie in Ägypten und die Politik und der fanatische Kampf dort. Außerdem daß ich die Machtposition meiner Schwiegereltern nicht akzeptiert habe und die Hierarchiestrukturen des Klans versucht habe zu umgehen. Man kann das an dem Werdegang seines Betriebes beobachten, aus dem mittlerweile fast alle Mitarbeiter, welche ich in meiner Zeit dort ausgesucht habe, bereits wieder gekündigt wurden und der vorherige Zustand wiederhergestellt wurde. Ein reiner Männerbetrieb mit fürchterlich konservativen und altmodischen Handlungsstrukturen. Die Abhängigkeit meines Exmannes von seiner Familie und deren Ansichten, sowie seine Unfähigkeit selber zu denken und zu handeln ohne sich zu vergewissern, und sich den Rückhalt der Eltern zu holen sind stur und unverzeihlich. Da ich völlig konträr bin und immer eine gesunde Distanz zu meiner Familie gelebt habe, war es mir sehr wichtig die Abhängigkeit von Kindern zu Ihren Eltern umzustoßen. Da zum Kindeswohl auch festgestellt werden muss, in welcher hierarchischen Abhängigkeit die Kinder zu welchem Elternteil stehen, steht fest, daß ich in den ersten Lebensjahren ein Monopol hatte. Fatima und Anima waren völlig an mich gebunden und sehr fixiert. Dass ich die Scheidung nur ertragen konnte, in dem ich mich in Klausur zurück gezogen habe und meine Kinder ins kalte Wasser stoßen mußte, daß sie jetzt Ihren Vater zwingen müssen sich mit ihnen zu beschäftigen, kann man auch als positiv bewerten. Denn wenn man den Mut betrachtet, den eine Mutter braucht ihren Kindern das zuzumuten und die Sicherheit dahinter spürt, daß die Kinder das schaffen und sie sich den Vater erobern können, dann sieht man sofort daß ich sehr wohl studiert bin. Denn nur in der Verhaltensforschung findet man dafür eine Berechtigung. Meine Realität, daß ich all die verschieden Schocks und die Ablehnung sowie Diskriminierung ertragen mußte, daß ich all das Leid von meinem Leben und meine Kindern getrennt zu werden verwunden habe, darin kann man meine Stärke als Frau bewundern, sagen und denken meine Freunde! Meine Istzustand zu diagnostizieren, alle Kräfte zu sammeln ein Ziel zu verfolgen, die Scheidung und all Ihre Folgen so rasch wie möglich abzuwickeln um mich und auch meine finanzielle Lage und berufliche Zukunft, so rasch wie möglich zu sanieren, all das ist mir nun innerhalb von drei Jahren gelungen. Daher brauche ich jetzt natürlich das Verständnis und die Unterstützung von Fachleuten, die meine Qualifikation als Mensch und Mutter richtig bewerten, die sehen können, warum ich keine Kraft hatte mich gegen eine Strafverfolgung zu wehren, warum ich aber die Kraft habe hinauszuposaunen, daß Fatima und Louisa das Recht haben bei Ihrer Mutter leben zu wollen und daß sie sehr wohl diesen Wunsch äußern, nur das ihre momentane Zwicklage ihnen es nicht erlaubt dies offiziell zu bekunden, sondern dass sogar Anima Ihre Abhängigkeit vom Vater und seiner Familie bereits begriffen hat, all das motiviert mich enorm mein Plädoyer zu formulieren und an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Klugheit und Intelligenz sowie das wunderbare Verhalten meiner Töchter sind ebenfalls aktenkundig. Ich werde nicht aufgeben, bis ich meine Töchter bei mir habe. Meine Liebe ist sehr stark und meine Wille auch. Grenzenlos ist meine Überzeugung das ich das Schaffen kann und grenzenlos auch mein Durchsetzungsvermögen, denn ich handle als sehr gläubige Frau mit Gottes Willen und kann es nun einmal gar nicht akzeptieren wenn Frauen unterdrückt und diskriminiert werden und Anwälte meinen ich hätte keine Chance.
Meine Chance liegt im Glauben und seiner Kraft Berge versetzen zu können. Meine Kraft liegt in der Mutterliebe, die wie eine Löwin um Ihre Kinder kämpft und im täglichen Gebet. Soweit einmal eine Zusammenfassung was Mutterliebe ausmacht und warum sie so wichtig ist!
Bis auf weiteres,
es folgt eine Analyse über Stabilität und Kontinuität.....,
und vieles mehr!
Herzlichst Deine Freundin Nina Brown, ich hoffe das Du mich gut vertreten wirst.
Außerdem war es mir wichtig einen Mann mit einem guten Charakter und Gewissen, der gläubig ist zu heiraten und die Sicherheit zu haben, daß er eine Familie gründen möchte, Kinder aufziehen will und seine Position als Vater und Miterzieher nie in Frage stellt. Ich wollte für meine Kinder eine echten Vater, der für sie da ist, sich Zeit nimmt und seine Arbeit im Haus hat, so daß sie ihn viel sehen und wir ein glückliches und enges Familienleben mit den Verwandten und Freunden pflegen können. Meine Wahl in die Geborgenheit einer großen Familie zu ziehen war, auch zum Schutz meiner Kinder vor den Übergriffen in die persönliche Freiheit und Entwicklung, die man schnell in einer Stadt von heute erleben kann. So war mir der Glaube und die Religionsausübung ebenso wichtig, wie der Zusammenhalt zwischen den Geschwistern, bereits in den früheren Generationen. Behütet und geborgen sollten meine Kinder sein, ebenso in einem sorgenfreien Haushalt aufwachsen, mit gesunden und glücklichen Eltern. Ich selbst wollte gerne Hausfrau sein und für meine Familie und die Bedürfnisse im Haus sorgen. Meine Beruf und meine Lust am Fliegen habe ich zwar sehr gerne, aber ich konnte mir gut vorstellen, damit für eine Weile aufzuhören.
So bin ich 1998 eine Ehe eingegangen mit einem mir fast unbekannten Mann, der aber äußerlich all diese Dinge bereitzustellen schien. Die Unsicherheiten, Gefahren und Probleme seiner Situation und der Lage seiner Firma und seines Landes, waren nicht offensichtlich. Als ich begann mich zu positionieren und mir eine Zukunft vorzustellen, stand ich plötzlich vor scheinbar unlösbaren Problemen. Der Betrieb war eine Katastrophe und am Ende, die ganze Fabrikanlage in einem sehr desolaten Zustand. Der andere Familienbetrieb in Kairo, ebenfalls nicht gewinnorientiert. Betriebswirtschaftlich sinnvoll zu wirtschaften war eine Frage von klaren Rechnungen und Zahlen. Bald hatte ich dieses wackelige Konstrukt durchschaut. Das Gestüt zu bewirtschaften, die Plantage und die Fabriken ebenfalls nicht effizient. Die gerade errichtete Autofabrik, wies alle möglichen innovativen Mängel und Sorgen auf, und war ebenso eher ein Desaster.
Dazu kamen die Arbeitsgewohnheiten und Mitarbeiter, welche alten Strukturen unterworfen ebenfalls nicht besonders effizient arbeiteten. Mein Mann war sichtlich alleine überfordert und körperlich sowie seelisch sehr belastet. Dazu kam plötzlich die Diagnose "Burn Out", und so beschlossen wir nach München zu gehen, wo man mir einen Job anbot.
Ich habe also rasch gehandelt und mir mit einigen Bekannten versucht eine Lösung zu überlegen. allerdings geknebelt von den Vorstellungen meines Schwiegervaters, der meinte Frauen seien nur dazu da Kinderwägen zu schieben. Das habe ich schon aus Prinzip gar nicht tun wollen. Ich habe mich daher auf meine eigenen Qualifikation gestützt und überlegt, wie ich meine Karriere weiter ausbauen könnte und einen Coach gesucht, welcher mich in die Kandidatur in München steckte, für eine Managerkarriere. Dort war ich als einzig entsprechend ausgebildete Frau unter den ersten 6 in auf der Karriereleiter, was mich ein Jahr lang beschäftigte. Diese Arbeit brachte mich dann nach München und so hatte ich einen guten Abstand zu den Sorgen meines Mannes. Als dann meine 2. Tochter Anima unterwegs kam er sofort zu mir und Fatima. Leider kamen dann mehrere Tragödien auf uns zu, neben der Weltwirtschaftkrise, mußte mein Mann seinen ersten Kuraufenthalt annehmen, da er völlig zusammenbrach. Ich wußte mir nur mehr zu helfen. Wenn man diese Ereignisse genauer beleuchtet stellt man fest, daß es mir nur um das Wohl meiner kleinen Familie ging und ich nur daran gedacht habe, was wir tun, wenn uns seine Firma nicht mehr tragen kann.
Diese Voraussicht und Planung beweist meine Positionierung als verantwortungsbewusste Mutter und Ehefrau und außerdem die Liebe zu meinem Mann und meinen Kindern. Hier zu sagen ich hätte mich selbst verwirklichen wollen ist unsinnig. Das ich nicht Karriere machen wollte, sondern eine glückliche Mutter, Ehefrau mit Großfamilie sein wollte, beweist mein Umzug. So möchte ich noch einmal aufmerksam machen darauf, daß nicht ich die Scheidung eingereicht habe, sondern er und das er es ist der nun versucht die Ehe zu annullieren und noch einmal geheiratet hat um einen Sohn und Erben für seine Firma zu haben. Denn eines der Hauptgründe war sicherlich, daß ich keine Sohn auf die Welt gebracht habe. Und natürlich seine Familie in Ägypten und die Politik und der fanatische Kampf dort. Außerdem daß ich die Machtposition meiner Schwiegereltern nicht akzeptiert habe und die Hierarchiestrukturen des Klans versucht habe zu umgehen. Man kann das an dem Werdegang seines Betriebes beobachten, aus dem mittlerweile fast alle Mitarbeiter, welche ich in meiner Zeit dort ausgesucht habe, bereits wieder gekündigt wurden und der vorherige Zustand wiederhergestellt wurde. Ein reiner Männerbetrieb mit fürchterlich konservativen und altmodischen Handlungsstrukturen. Die Abhängigkeit meines Exmannes von seiner Familie und deren Ansichten, sowie seine Unfähigkeit selber zu denken und zu handeln ohne sich zu vergewissern, und sich den Rückhalt der Eltern zu holen sind stur und unverzeihlich. Da ich völlig konträr bin und immer eine gesunde Distanz zu meiner Familie gelebt habe, war es mir sehr wichtig die Abhängigkeit von Kindern zu Ihren Eltern umzustoßen. Da zum Kindeswohl auch festgestellt werden muss, in welcher hierarchischen Abhängigkeit die Kinder zu welchem Elternteil stehen, steht fest, daß ich in den ersten Lebensjahren ein Monopol hatte. Fatima und Anima waren völlig an mich gebunden und sehr fixiert. Dass ich die Scheidung nur ertragen konnte, in dem ich mich in Klausur zurück gezogen habe und meine Kinder ins kalte Wasser stoßen mußte, daß sie jetzt Ihren Vater zwingen müssen sich mit ihnen zu beschäftigen, kann man auch als positiv bewerten. Denn wenn man den Mut betrachtet, den eine Mutter braucht ihren Kindern das zuzumuten und die Sicherheit dahinter spürt, daß die Kinder das schaffen und sie sich den Vater erobern können, dann sieht man sofort daß ich sehr wohl studiert bin. Denn nur in der Verhaltensforschung findet man dafür eine Berechtigung. Meine Realität, daß ich all die verschieden Schocks und die Ablehnung sowie Diskriminierung ertragen mußte, daß ich all das Leid von meinem Leben und meine Kindern getrennt zu werden verwunden habe, darin kann man meine Stärke als Frau bewundern, sagen und denken meine Freunde! Meine Istzustand zu diagnostizieren, alle Kräfte zu sammeln ein Ziel zu verfolgen, die Scheidung und all Ihre Folgen so rasch wie möglich abzuwickeln um mich und auch meine finanzielle Lage und berufliche Zukunft, so rasch wie möglich zu sanieren, all das ist mir nun innerhalb von drei Jahren gelungen. Daher brauche ich jetzt natürlich das Verständnis und die Unterstützung von Fachleuten, die meine Qualifikation als Mensch und Mutter richtig bewerten, die sehen können, warum ich keine Kraft hatte mich gegen eine Strafverfolgung zu wehren, warum ich aber die Kraft habe hinauszuposaunen, daß Fatima und Louisa das Recht haben bei Ihrer Mutter leben zu wollen und daß sie sehr wohl diesen Wunsch äußern, nur das ihre momentane Zwicklage ihnen es nicht erlaubt dies offiziell zu bekunden, sondern dass sogar Anima Ihre Abhängigkeit vom Vater und seiner Familie bereits begriffen hat, all das motiviert mich enorm mein Plädoyer zu formulieren und an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Klugheit und Intelligenz sowie das wunderbare Verhalten meiner Töchter sind ebenfalls aktenkundig. Ich werde nicht aufgeben, bis ich meine Töchter bei mir habe. Meine Liebe ist sehr stark und meine Wille auch. Grenzenlos ist meine Überzeugung das ich das Schaffen kann und grenzenlos auch mein Durchsetzungsvermögen, denn ich handle als sehr gläubige Frau mit Gottes Willen und kann es nun einmal gar nicht akzeptieren wenn Frauen unterdrückt und diskriminiert werden und Anwälte meinen ich hätte keine Chance.
Meine Chance liegt im Glauben und seiner Kraft Berge versetzen zu können. Meine Kraft liegt in der Mutterliebe, die wie eine Löwin um Ihre Kinder kämpft und im täglichen Gebet. Soweit einmal eine Zusammenfassung was Mutterliebe ausmacht und warum sie so wichtig ist!
Bis auf weiteres,
es folgt eine Analyse über Stabilität und Kontinuität.....,
und vieles mehr!
Herzlichst Deine Freundin Nina Brown, ich hoffe das Du mich gut vertreten wirst.
Mit der Farbe kam der Ernst
Stand: 23.08.2014 05:11 UhrÜberschwemmungen, Flugzeugabsturz, Mode - keine Politik. Schwarz-weiß, auf 35 Millimeter-Film - so flimmerte der erste Wochenspiegel 1953 über den Schirm. Moderatoren gab es erst ab den 1970er-Jahren. Morgen läuft die letzte Sendung. Ein Blick zurück.
Von Nea Matzen, tagessschau.de
Nach dem Internationalen Frühschoppen kam der Wochenspiegel. Das war in den Jahren ab 1953 ein festes Sonntagsritual in vielen deutschen Familien. Am 4. Januar in jenem Jahr lief die erste Rückschau auf die Ereignisse der vergangenen Woche. Damals gab es noch nicht so viele konkurrierende Sender und keine Mediatheken, über die sich jeder Zuschauer auch ältere Beiträge im Internet selbst abrufen kann. Der Wochenspiegel bot eine gute Möglichkeit, sich über das Weltgeschehen zu informieren, nachdem im Frühschoppen Journalisten die aktuelle Politik diskutiert hatten - das allerdings erst ab dem Sommer 1953 und nur bis 1987.
Der erste Wochenspiegel zeigte Katastrophen, Unglücke, Mord, Sport, Promis auf Reisen und Mode. Kein Beitrag befasste sich ernsthaft mit Politik. Für die Auswahl der Nachrichten galten völlig andere Kriterien als heute. Das war acht Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sicher unter anderem dem Politik(er)überdruss nach zwölf Jahren nationalsozialistischer Medienpropaganda geschuldet.
Der neuen Hutmode aus Paris widmete sich ein ausführlicher Bericht im ersten Wochenspiegel.
Beitragslängen wurden in Metern gemessen
Gleichzeitig ist an den Filmaufnahmen die Faszination für das Medium zu erkennen. Stürzende und strömende Wassermassen von fern, nah, oben und auf Augenhöhe, dramatische Aufnahmen von Rettungsaktionen auf hoher See, fotografisch professionell gestaltete Bewegtbilder von einer Absturzstelle, überraschende Perspektiven bei den Nahaufnahmen von Models - das auf 35-Millimeter-Film gedrehte Material ist zum Teil eine Augenweide.Die ersten Filmaufnahmen von rund um die Welt kamen ohne Ton in Hamburg an. Sie wurden von einem Sprecher aus dem Off, der also nicht zu sehen war, erklärt. Archiviert wurden die ersten Sendungen ohne Ton: Wer es jetzt anschaut, braucht die Orientierung über den Sendeablauf, auf dem übrigens die Länge der Beiträge nicht in Minuten und Sekunden, sondern in Bandmetern angegeben wurden.
Der Sendeablauf des ersten Wochenspiegels vom 4. Januar 1953.
Sendeablauf Wochenspiegel 04.01.1953
1. Überschwemmung Frankreich2. Überschwemmung Italien
3. Schiffsunglück Italien
4. Schiffsunglück vor Libanon
5. Flugzeugabsturz in den USA
6. Polizist in Berlin von den Sowjets ermordet
7. Beste Sportler des Jahres
8. Boxkampf Scholz-Crecy Royer
9. Neues Stahlwerk in USA
10. Prinz Bernhhard der Niederlande in Südamerika
12. Ski und Rodeln gut
13. Mode in Florida
14. Hutmode aus Paris
Danke,
danke für die Schokalade in den Knast.
Meiner
Freundin Geo gewidmet. Kleine Freuden, Zellenleben mit und ohne
Fernsehen, oder Angst vor der Auslieferung ins Ungewisse. Am Meisten
freute sie sich über Geo und das sie sich als so tolle Freundin
entwickelt hat. So ein nett zusammengestelltes Paket hat sie von ihr
bekommen. Da kamen ihr Erinnerungen hoch, an ihre Kindheit, wenn die
Pakete von ihrem Vater aus Japan kamen. Was für Überraschungen dort
immer drinnen waren. Papierdrachen, bunte Bilder, schönes Papier,
exotische Stifte. Und jetzt, jetzt bekam sie Lebensnotwendiges. Viele
Neskaffeepäckchen, weil Glasbehälter nicht erlaubt waren. Richtige
ganze Tafeln Schokolade, die den Aufenthalt in den letzten Wochen so
versüßt haben. Ihre Gedanken wandern zurück. Wie oft hat sie sich
nach Japan geträumt. Wie sehr hätte sie sich gewünscht ihr Vater
hätte sie mitgenommen und wie verzweifelt und unglücklich war sie,
das er sie nicht zu sich holte, als er zurück kam. Sie fühlte sich
verraten und nun fühlt sie sich verraten von ihrem Partner. Sie
lernt zu horten und zu sparen! Ist aber auch sehr neugierig, wie sich
in den nächste Woche alles entwickeln wird. Ob sie am kommenden
Wochenende noch hier sein wird? Könnte sie jetzt doch nach Japan. In
die Welt der Kirschblüten. Frühling ist es und schön. Die Sonne
scheint voller Hoffnung. Freiheit? Die Freiheit kann sie jetzt mit
den Löffeln essen, denkt sie, die ist erst einmal vorbei. Was droht
ihr? Die Wärter sagten, bis zu zehn Jahren, für das wofür sie
angeklagt ist. Flucht, Flucht vor der Realität ist angesagt. Sie
verwandelt sich in einen Sonnenstrahl und schaut nach Japan. Lieber
wäre es ihr natürlich, schon wieder "frei" zu sein und in
Wien, wenigstens auf Kaution. Sicher gelingt es ihrem Vater einen
guten Anwalt zu bekommen. Sicher schaffen sie es zu sehen, das alles
nur ein Missverständnis zwischen zwei Geschäftsleuten war.
Sicherheiten gibt es aber eigentlich grundsätzlich nichts mehr, auf
das man sich verlassen kann. Sie ist jedenfalls sehr unsicher. Gut,
also, was macht man, mit zehn Jahren Gefängnis? Was für ein Horror.
Gleich
frei gelassen zu werden, auf Kaution, direkt nach der Abschiebung,
ist das nur ein Traum? Sie verpuppt sich in eine Phantasie. Sie ist
nur noch ein Lichtstrahl. Gott hat sie gesandt, um auf die Erde zu
schauen, was da so passiert. Aber eventuell lernt sie auch noch die
Wiener Gefängnismauern von innen zu betrachten. Dort soll alles viel
toller, besser und fortschrittlicher sein, würden ihr später andere
Mitgefangene berichten. Also Japan, Tokio, Freiheit und Frieden.
Schöne Frauen, in schönen seidigen Kimonos und Spaziergängerinnen,
die unter den Kirschblütenbäumen flanieren und sich fotografieren
oder malen lassen. Sie ist eine von ihnen, verheiratet mit einem
japanischen Geschäftsmann, hat einen Sohn und eine Tochter, sechs
und zehn Jahre alt. Eine hübsche Familie. Später musste sie
feststellen, daß aber der viele Beton und die modernere Ausstattung
viel weniger Raum zum Atmen lassen, in den moderneren Gefängnissen.
Sie sehnt sich nach Luft, nach dem Spazierengehen in schönen Gärten,
japanisch angelegten. Teezeremonien und schlichte Schönheit. Eine
viel besser Disziplin hat man gelernt, wenn man in historischen und
sehr strengen Gefängnisstrukturen funktionieren muss. Dadurch kann
man sich dann viel besser fügen und benehmen. Sofort bekommt sie
später zu spüren, wie die Wärterinnen ihr Verhalten und ihre
demonstrierte Untergebenheit schätzen. So z.B. das Gehen und der
Umgang mit den Wärterinnen, der immer abwartend und zurückhaltend
ist. Dieses sorgsame Achten auf Befehle und Anordnungen, wird ihr
sosehr zur Gewohnheit, wie die Demut und das ständige innere Gebet.
Wie man sich zu bewegen hat, wo man stehen und gehen durfte, das war
alles ganz strengen Regeln unterworfen. Das hatte sie nun so tief im
Blut und dadurch gleich das Wohlwollen der Wärterinnen auf ihrer
Seite. Sie dachte sich immer in die Rolle einer eleganten Geisha, die
warten muss, was ihr Gebieter von ihr verlangt. Die Wirklichkeit
einer niederen Dimension, wird durch eine Höhere nicht aufgehoben,
sondern nur realativiert. In Wien, in der Josefstadt, sind dann zehn
Personen in einer Zelle. Einmal pro Woche, Kino, wurde behauptet und
shopping, im Gefängniseigenen Laden. Das hat aber so nicht gestimmt,
stattdessen gab es Zellen mit Fernsehen und einkaufen konnten nur
die, die Geld hatten. Soll sie schweigend beginnen, wenn sie vor dem
Richter steht? Oder so: Ich bin Katholikin, ich bete um ein gutes
Urteil. Ich bitte das Gericht, mir eine Chance zur Wiedergutmachung
meiner Schuld zu geben. Dazu brauche ich meine Freiheit und die
Möglichkeit wieder arbeiten zu können. Phantastisch, was ich alles
für Phantasien entwickeln kann, wieder arbeiten zu können und wie
man viel Geld, wirklich viel Geld verdienen könnte. Keine
Wurstfabrik, aber eine Kleider- und Modeindustrie schwebt ihr vor.
Oder doch besser, einfach sehr gut heiraten, und seinem Mann dienen?
Oder das Leben einer Geisha anstreben? So viele Fragen. Wenn man in
einen Hungerstreik tritt, wie lange braucht man zum Sterben? Sie
denkt wieder an ihre Freundin Geo in München und ihre Arbeit beim
Bayerischen Rundfunk. Wie sie sich durchbisst, um ihre zwei Mädchen
großzuziehen und ihnen alles bieten zu können, was man so braucht.
Die morgige Wirklichkeit holt sie ein: Anwältin, Staatsanwalt,
Richter, ein Dolmetscher und eine Tipse, ein Stuhl, in der Mitte, für
sie! Wird sie alles richtig machen? Soll sie sich ausliefern lassen?
Was hat sie für eine Wahl und was für Möglichkeiten? Streik, man
soll sich wehren, hat sie gelernt. Hungerstreik? Danach, Leere und
Angst. Unsicherheit und Panik. Ihr Puls geht schneller! Sie fühlt
sich so vieler Dinge schuldig. Schuldig, nicht auf sich aufgepasst zu
haben. Keine Vorsichtmaßnahmen und Regelungen getroffen zu haben,
das Kämpfen und sich Wehren aufgegeben zu haben. Keine klare
Position hat sie mehr bezogen. Keine kleine Schritte unternommen zu
haben, um sich zu retten. Ihre Gedanke schweifen wieder ab, nach
Japan. Sie erinnert sich an die hübschen Hefte, welche ihr Vater für
sie zusammengeklebt und gemalt hat. Sie hat diese noch heute. Heilig
waren sie ihr. Er hatte sie so liebevoll gemalt und ihr so schön
gezeigt, wie das Leben in Japan war. Wie die Schriftzeichen aussahen,
und wie man diese lernen konnte. Sie wollte diese auch lesen und
zeichnen können. So begann sie, als Kind bereits, vorsichtig diese
abzumalen, mit einem guten Pinsel. Ganz akkurat. Was wird alles auf
sie zukommen? Was ist mit ihrer Liebe zum Felix, so romantisch war
er? Sie hatte sich ausgemalt, mit ihm eine Reise zu machen, über die
alte Seidenstraße, nach Japan. Sie wollten ein kleines Kamerateam
mitnehmen und einen Film machen. Wie die wohl heute aussieht, diese
historische Seidentrasse. Später sollten ihr ihre Studenten und
einige Kollegen, von der Universität, alle Unterlagen und
Aufzeichnungen in die Haftanstalt schicken, damit sie an dem Drehbuch
arbeiten konnte. Will er vielleicht doch mehr? Wie er ihr gefallen
hat. Dieser ewige Traum, aus der Kindheit, endlich die Reise nach
Japan anzutreten! Was sie für ein Bauch kribbeln spürt, wenn sie an
ihn denkt. Wann kommt wieder Post von ihm? Sie bekommt die Bilder
nicht aus ihren Träumen. Als kleines Mädchen hatte sie sich so oft
auf die Reise begeben, ihren Vater zu treffen, ihn zu besuchen und
wieder mit ihm zu leben. Wer wird ihr nächste Woche überhaupt alles
schreiben? Hoffentlich kommt wieder Arbeitsmaterial aus Berlin, vom
Verlag. Nur wenn sie schreibt, ist sie glücklich und dann ist es
eigentlich auch egal, wo sie ist. Ein Raum, ein Tisch und
Schreibutensilien, das reicht. Post! Das Warten auf Post, ist eines
der wichtigsten Momente für sie hier, im Zellenleben. Danke Geo, Du
bist wirklich eine tolle Freundin, danke, danke, danke. Schokolade
macht glücklich. Schokolade macht reich und froh. Viel besser als
Zigaretten. Wenn sie aus diesem Teil ihrer Geschichte eine Film
machen müsste, dann wäre das ein Songtitel. "Danke, danke für
die Schokolade in den Knast!"
Hier
ist sehr sauber, trocken und sogar hell, auch wenn die Fenster oft
geschlossen bleiben, zur Strafe. Sie mag zwar Songs wie, Danke, danke
für die Blumen von der Tanke von der Barbara Schöneberger, aber
auch: Ich will keine Schokolade, ich will einen Mann, ...von diesen
Blue Velvet Jungs, deren Konzerte sie so sehr mag. Danke, danke Geo,
für die Schokolade, den Kaffee und das Shampoo in den Knast. Danke,
Deine Paket waren immer die wundervollsten. Immer eine neue Lektüre
und immer Süßes und Kaffee. Danke, danke für das Horten lernen und
die Menge an Schokolade, die so viele Wochen versüßt haben, die sie
teilen konnte und ihr wie Gold vorkamen, danke Geo, sie wird sich
immer daran erinnern. Nun hat sie aber Angst, Angst vor der
Abschiebung und dem Wissen, das sie dann wieder ohne Hab und Gut
dastehen wird. Sie ist keine Geisha, keine japanische Ehefrau und
auch völlig mittellos. Man wird ihr wieder alles wegnehmen. Die
ersten Tage, ohne Pakete im neuen Gefängnis, ohne Post, die werden
wieder die kältesten sein. Ohne sauberes Wasser und Lektüre in der
Josefstadt, aber danke Geo, "Danke, danke für die Schokolade in
den Knast". Ein Jahr später sollte sie dann mit Felix nach
Japan fliegen. Oder doch nicht. Plötzlich liegt sie im Tagtraum auf
einem Bett. Zehn Jahre später sagt man ihr, sie kann da schon einmal
durch diese Tür gehen. Die Tür wird gleich hinter ihr
abgeschlossen. Erinnerungen. Gefängnis? Nein, zwei Betten, eher eine
Klinik, aber auch Gitter vor den Fenstern, auch keine eigenen Sachen,
alles weggesperrt. Sie muss fragen und sagen was sie braucht, wenn
sie meint, etwas zu brauchen. Zum Schreiben gibt es nichts. Stifte
sind gefährlich. Also träumt sie vor sich hin. Mit Felix auf einer
Reise nach Japan, den Rückweg machen sie über die Seidenstraße,
mit einem Filmteam. Was für ein Abenteuer. Sie denkt sich wieder ein
Sonnenstrahl zu sein. Lieber Gott, schön das es Dich gibt. Lieber
Gott, danke, das Du mir die Sonne schickst und Schokolade. Danke,
danke, das es Dich gibt, denkt sie immer und immer wieder. Wie schön,
eine Freundin zu haben. Deine Nina
Schließ
die Äuglein, holder Kleine!
Schlafe sicher mir im Arm!
O, dein Bettlein macht die keine
Je so weich, so liebewarm;
Mutterliebe wiegt dich ein;
Mutterküsse warten dein.
Unter tausend, tausend Küssen
Aufgewacht, ans Herz gedrückt,
Möchtest du nur einmal wissen,
Wie dein Lächeln mich entzückt!
Engelunschuld lacht mich an;
Offen ist der Himmel dann;
Wohl dem Herzen voller Treue,
Das sich alles darf gestehn!
Kleiner Engel! ohne Reue
Kann ich dir ins Auge sehn.
Immer, immer lächle so!
Nur die Unschuld macht uns froh!
Autor: Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Titel: Lied einer Mutter
Schlafe sicher mir im Arm!
O, dein Bettlein macht die keine
Je so weich, so liebewarm;
Mutterliebe wiegt dich ein;
Mutterküsse warten dein.
Unter tausend, tausend Küssen
Aufgewacht, ans Herz gedrückt,
Möchtest du nur einmal wissen,
Wie dein Lächeln mich entzückt!
Engelunschuld lacht mich an;
Offen ist der Himmel dann;
Wohl dem Herzen voller Treue,
Das sich alles darf gestehn!
Kleiner Engel! ohne Reue
Kann ich dir ins Auge sehn.
Immer, immer lächle so!
Nur die Unschuld macht uns froh!
Autor: Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Titel: Lied einer Mutter
Worauf
kommt es an, bei er Wahl des Bettes für das eigene Kind? Heißt es
doch so schön, wie man sich bettet, so liegt man. Also ich habe für
meine Kinder die Wiege der Schwiegermutter bekommen. Eine romantische
Idee. Hat doch mein geliebter Mann bereits darin gelegen und dann
alle seine Geschwister. Auf der Rückseite eine lange Liste aller
Babies die in dieser Wiege gelegt haben. Nicht einmal die Matratze
wurde ausgewechselt. War sie nach dem Krieg gut genug, ist sie es
heute auch noch. Nur eine neue Garnitur Vorhänge und Bettwäsche
passend zu der neuen Tapete mit dem Bärchenmotiv, habe ich natürlich
selbst genäht.Und wie glücklich waren wir, als alle kamen, aus der
ganzen großen Familie und in die Wiege geschaut haben unsere
hübschen Nachkommen zu bewundern. So ging es zu in unserem Hause,
als Fatima und Anima geboren wurden. Und was wünsche ich mir für
sie, meine Töchter? Ebenso, daß Ihre Töchter in dieser Wiege
liegen werde und natürlich auch die Söhne von beiden. Das sie
ebenso wie ich zu Hause und ganz glücklich und schmerzfrei Ihre
Kinder mit meiner Hilfe auf die Welt bringen. Also keine neuen
Babybetten, höchsten eine neue Matratze. Aber auf keinen Fall
irgendetwas aus einem Kaufhaus oder Katalog. Wie rührend, wenn wir
die alten Babyfotoalben ansehen und alle haben im gleichen Bett
gelegen als sie geboren im Schoss ihres Klans auf die Welt kamen,
sogar als das Schloss noch stand, war das schon so. Es sind Dinge auf
der Welt, die sollen einfach bleiben, wie sie immer waren und dazu
gehört eben die Wiege. Die Stammwiege der Familie, damit es nie an
Nachwuchs mangelt. Also bitte, kein Interesse an Babybetten anderer
oder gar neue!
Herzlichst Ihre ehemalige Baronin; jetzige....am Montag, den 6.5.2013 aus Kairo.
Herzlichst Ihre ehemalige Baronin; jetzige....am Montag, den 6.5.2013 aus Kairo.
"Über
mich, Nina Brown, meine Schwestern Marietta und Anuschka meinen Mann,
Arthur. Wie wir letztendlich zueinander fanden und warum ich Euch
mein Leben erzählen möchte.
Ich bin in New York geboren. Habe dort, aber nur eine kurze Zeit verbracht, weil meine Mutter gerade eine Ausstellung dort vorbereitet hat. Meine Eltern stammen eigentlich aus China, genauer Hongkong und Shanghai, sind aber Europäer. Ich weiß nicht genau, ob sie jüdisches Blut hatten und deshalb so weit in die Ferne gezogen waren. Für uns war das nie ein Thema. Ich weiß zwar, dass eine Großtante von mir mit einem Juden verheiratet war, aber die genaue Geschichte von ihr und ihrem Schicksal, die kenne ich nicht. Zwei Töchter, mit 6 und 10 Jahren, und ihren geliebten Mann, hat sie aber ganz tragisch in Auschwitz verloren. Aber das war ein Schmerz, der lange totgeschwiegen wurde! Mein Vater war Ingenieur, er hatte Maschinenbau studiert. Meine Mutter war Professorin für Psychologie, kam aber aus einer vermögenden Familie und musste nie wirklich arbeiten. Beide sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen, als ich 20 Jahre alt war. Meine Großeltern haben dann mein weiteres Leben sehr eng begleitet, sie leben nun auf den Bahamas. Sie haben ihr Geld mit Zement gemacht. Sie haben weltweit recht unterschiedliche Investitionen in Bauprojekte getätigt und auch mehrmals einen kurzfristigen Ruin erlebt. Allerdings sind sie echte Stehaufmännchen und kennen alle Ticks und Techniken, wie man aus Fehlern lernt und immer klüger wird.
Nach meiner Kindheit in Amerika wollte ich Europa kennenlernen und so besuchte ich alleine Deutschland, Frankreich und Italien. Das Geld dafür bekam ich von den Großeltern. Sie waren recht spendabel. Ich liebte es, die Theater zu besuchen und vor allem die griechischen Tragödien. Antigone war mir die liebste.
"Wo fern sie schmerzlos dieses Frevel Siegs erkämpft", ist eines meiner Liebsten Schlachtrufe.
Längere Zeit verbrachte ich in Mailand und Nizza, mit unterschiedlichen Liebhabern und Freundinnen. Am Piccolo Theater in Mailand arbeitete ich unter Giorgio Strehler, als Assistentin in der Ausstattung. Darauf bin ich noch heute recht stolz. Es war ein sehr lehrreiche Zeit.“ Hier endet ihre persönliche Beschreibung
Beginne meine Interviewfragen genauer zu formulieren:
Muss umbedingt bei allen den gleichen Fragerhythmus finden. Also, ich werde in Zukunft so starten:
1. Woher kommst Du, wo bist Du aufgewachsen, was waren wichtige Stationen in Deinem Leben.
2. Welche Liebesbeziehungen hattest Du?
3. Wovon hast Du gelebt?
4. Was macht Deine Person und Deine Charakter aus?
5. Was bedeutet Arbeit für Dich?
6. Was gefällt Dir am Leben?
7. Welche Sorgen und Ängste hast Du?
8. Wovon träumst Du?
9. Warum bist Du ins Gefängnis gekommen?
10. Siehst Du Dein Leben als Niederlage an?
11. Welche Hoffnungen hast Du jetzt?
Ich schreibe weiter, was sie mir noch erzählt hat und woran ich mich so erinnere. Ich habe mir angewöhnt, all die Geschichten meiner Mithäftlinge aufzuschreiben und sie auch gebeten, mir Ihre Geschichten aufzuschreiben, in ihrer Sprache, damit ich Dokumente habe und Berichte. Ich möchte später alle Schicksale erzählen können, von denen ich gehört habe. Mir ist es wichtig, dass Menschen die Geschichten ihres Lebens erzählen können und dafür einen Platz bekommen. Ich denke das ist das Recht eines jeden, daß er nicht vergessen werden kann und, damit ein Zeugnis bleibt. Und eine Erinnerung.
Das war wundervoll, wie Nina erzählen konnte. Ich wusste auch, dass nicht immer alles wahr war und sie sich auch in ihren eigenen Lügen verstricken konnte. So zum Beispiel das Ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Später hat sie aber doch wieder auch Vater und Mutter erwähnt. Wer war das dann. Wahleltern, andere Personen, die das was nie gewesen sind? Die. die Lücken und Schmerzen des Verlustes, wieder schließen sollten. Nun, lieber Leser, lieber Zuhörer, lieber Interessierter. Ich bitte einfach darum die einzelnen Geschichten zu genießen auch wenn sie manchmal ganz schön an den Haaren herbeigezogen klingen und andere wieder ganz wahr. Jede wurde auf Ihre Weise erzählt und gelebt. Der Regisseur, Ferruccio Soleri übernahm sie dann als Mitarbeiterin für ein paar Gastspiele in ganz Europa. In Budapest hatte sie einige Zeit ein Verhältnis mit einem Politiker und der hat sie in eine unangenehme Geschichte mit hineingezogen. Deshalb ist sie jetzt hier im Gefängnis. Das muss ungefähr zu der Zeit gewesen sein, als ich in Kanada gearbeitet habe. Ein ehemaliger Verehrer und Geschäftspartner versuchte mich ins Gefängnis zu bringen, weil er versucht hat, Schwarzgeld in Europa zu verstecken und mich dazu benutzen wollte, verschieden Konten für ihn zu eröffnen. Nun bin ich schon einige Zeit hier und versuche, das Beste aus meiner Lage zu machen. Es ist sehr eng und oft fast zum Ersticken. Ich habe auch nicht immer genug Papier und Bleistifte. Einen Anspitzer sowieso nicht, das ist am ärgerlichsten. Ich schreibe jeden Tag, Tagebuch, seit ich sieben Jahre alt bin. Das kann ich wohl nicht lassen. Das gehört schon so richtig zu meinem Leben. Hier habe ich nun aber begonnen richtige Aufzeichnungen zu machen. Gerade habe ich ein neues Heft begonnen, daher schreibe ich so, als wenn jemand hier beginnt, mit diesen Seiten. Das ist sowieso, mein liebstes Prinzip. Jeder Tag und jedes neue Kapitel sollen für sich alleine stehen können. So, als wenn es Leserbriefe wären, oder Artikel in einer Zeitung. Immer 5 Seiten, die in sich stimmig sind. Ob ich das schaffe. Und politisch muss das Ganze natürlich auch sein. Denn kein Tag vergeht hier, ohne dass wir nicht die Politik spüren. Neben dem striktem Innenleben hinter den Mauern, dringt durch das Radio die Außenwelt zu uns. Wir wissen nicht nur genau über das Wetter und die Böresenzahlen Bescheid, sondern über alles, von dem berichtet wird! Jedes Detail bleibt, denn wir werden mit dem Radio fast 10 Stunden berieselt und so haben wir die täglichen Nachrichten im Stundentakt.
Ohne schreiben kann ich gar nicht. Nina erzählt weiter:
"Ich habe nun vier Kinder, Georg aus der ersten Ehe meines Mannes." Sie weint, es ist das tragischste, im Gefängnis zu sein und so weit weg von den eigenen Kindern. Keine Mutter mag leben, ohne ihre Kinder. Es ist ein sehr spannender Job, den Ihr Mann hat. Wovon lebt Ihr? "Mein Mann, Philipp macht viel Geld mit großen Vermögensberatungen, Goldgeschäften und Immobilien, daher habe wir die Mädchen bei seiner Mutter auf dem Land gelassen. Die Jungs gehen auf Internate in der Schweiz. Im Winter und im Sommer verbringen wir die Ferien immer zusammen mit ihnen. Wir lieben es Skifahren zu gehen und viel zu wandern. Die Kinder fangen jetzt mit dem Paragliding an. Ich würde das auch gerne tun, weil ich das Fliegen so sehr liebe. Aber mein Rücken macht das nicht mehr mit. Wir träumen davon, in den Bergen ein Haus zu haben und interessieren uns für die Weinkultur und Landwirtschaft aus Erinnerungen, wie unsere Liebe begann. Wir arbeiten seit einiger Zeit mit verschiedenem Gärtnereinen zusammen um Nutzpflanzen auch in die Kleingärten und auf die Balkone zu bringen, weil wir davon überzeugt sind, dass jeder auch ein bisschen Selbstversorger werden muss! Außerdem lieben wir das Fliegen und haben wollen gerne ganz Europa so richtig kennenlernen. Udo Lindenberg tönt gerade aus dem Radio:
" Wir waren völlig fertig und konnten´s einfach nicht glauben. Und man sah, große Ereignisse werfen ihre Schatten unter die Augen."
Ich kann es immer noch nicht glauben, wo ich hier gelandet bin. Ich bin im Gefängnis. Ich bin ein Häftling. Ich schaue schlecht aus, ich habe Ringe unter den Augen. Und ich habe ungute Vorahnungen. "Also, darum möchte ich Euch diese Geschichte von mir erzählen, weil ich verzeihen möchte und um Vergebung bitte, allen denen ich weh getan habe über deren Gefühle und Emotionen ich einfach so hinweggetrampelt bin, und weil ich meinen Kindern die Geschichte meines Lebens vielleicht nie persönlich werde erzählen können, es aber immer Menschen geben wird, welche falsches erzählen und ein schlechtes Licht auf einen rücken. Ich mag die Illusion und die Phantasie, aber auch den geraden Gang und die aufrechte Haltung. Den Charakter von Männern und Neidern, oder von Frauen, welche sie alles Mögliche ausmalen, den mag ich nicht. Und ich glaube an Gott und die Vergebung aller Sünden. es sind so viele Dinge derer ich reuig bin. Ich mag die Liebe und die klaren Verhältnisse. "Dann haben wir unser Blut vermischt mit Indianerversprechen, und es war ganz klar, unsere Verschwörung werden wir nie brechen!" Wieder erinnere ich mich an Udo. Mein Stimmung verwandelt sich gerade in eine große Depression: "Ich schätze es nicht, wenn man nicht gibt und ich mag es auch nicht, wenn man Fehler nicht verzeihen kann. Triebe und Bedürfnisse hat jeder, aber ebenso ein Herz und wenn Küsse ehrlich sind, dann nur, wenn sie voller Liebe und Innigkeit das ausdrücken was man fühlt. Wenn sich einer abwendet, dann darf sich der andere niemals ausgenützt fühlen, sondern er sollte sich vielleicht fragen warum es Differenzen gibt." Jetzt gibt es Mittagessen, eine Stunde später.
Aber, um es auf Italienisch zu sagen: ...“Amo l´amore“…
Ich liebe die Liebe. Ich genieße das Leben und ich schätze den Fleiß und die Arbeit. Genauso wie die Disziplin, die Rhythmen und Geborgenheit. Begegnungen sind immer zweiseitig, aber wie schade wäre es, wenn es keine mehr gäbe.
" ...Und wir schwammen gegen die Strömung und rannten gegen den Wind!" Die Zukunft beschäftigt mich. Was wird die Überwachung bringen und was die ethischen Grundwerte dazu sagen, wenn es keine persönlichen Freiräume mehr geben wird? Irgendwann auch kein Bargeld mehr? Gerechtigkeit und Solidarität, die spürt man hier unter den Häftlingen und in jeder Beziehung ein "good will". Das ist schön und macht mir Mut und Hoffnung. Was können wir tun? Und worauf können wir hoffen.
Ich hab die Zeile ausgelassen, von Udo Lindenbergs Song: "Und wir waren die Geflippten, die durch nichts zu bremsen sind." So fühle ich mich oft und immer wieder und deswegen male ich mir doch fast täglich aus, wie ich fliehen kann, hier aus dem Knast. Später noch werde ich immer Sympathisantin sein, von Häftlingen, denen ein Ausbruch gelingt! So richtig ausgeflippt und cool finde ich das. Heute Nacht habe ich von einer Vorlesung geträumt, bei den Städtebauern. Es ging um die Überwachungskameras an Gebäuden und in öffentlichen Räumen und was diese bei den Menschen, neben dem Sicherheitsgefühlen, noch alles auslösen können. Ich habe Angst in der Stadt. Ich mag das Dorfleben lieber. Und dann vermisse ich wieder die Staus auf der Straße, die Menschenmengen, die den U-Bahneingängen zu eilen, die sich in die Wagons drängeln. Heute ist es ganz schön hier. Der Spaziergang im Hof war ruhig. Viele hingen an den Fenstern, aber draußen Ware nur wenige.
Einmal war ich in einer sehr gelungen Ausstellung, in der eine Röhre gezeigt wurde. Man muss sich hineinstellen und bekam den Eindruck mitten auf einem Kleinen Strich auf einer großen Straße zu stehen. Links und rechts donnerten die Autos vorbei. Ich glaube alles war chinesisch und eine Simulation aus Hongkong, oder so. Es hat mich sehr beeindruckt! Was Udo Lindenberg mit seinem Song am Ende wiederholt, dieses durch nichts zu bremsen sein und gegen die Strömung zu schwimmen und gegen den Wind zu laufen. Das habe ich verinnerlicht. Darum bin ich hier, weil ich einen eigenen Schädel habe und nicht immer gut aufpasse. "Wer weiß, ob wir sonst immer noch das Power Team wären, das sich jede Freiheit rausnimmt?" Jetzt mach im Mal Schluss und lese weiter in meinem Hemingway: "Paris, ein Fest fürs Leben." Das tröstet mich.
Mein Plädoyer, für die Entscheidungsfindung,
des Hauptwohnsitzes von meinen Töchterm!
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Schließ die Äuglein, holder Kleine!
Schlafe sicher mir im Arm!
O, dein Bettlein macht die keine
Je so weich, so liebewarm;
Mutterliebe wiegt dich ein;
Mutterküsse warten dein.
Unter tausend, tausend Küssen
Aufgewacht, ans Herz gedrückt,
Möchtest du nur einmal wissen,
Wie dein Lächeln mich entzückt!
Engelunschuld lacht mich an;
Offen ist der Himmel dann;
Wohl dem Herzen voller Treue,
Das sich alles darf gestehn!
Kleiner Engel! ohne Reue
Kann ich dir ins Auge sehn.
Immer, immer lächle so!
Nur die Unschuld macht uns froh!
Autor: Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Titel: Lied einer Mutter
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Ich beginne einmal mit dem Wort:
Intelligenz= intellegere= verstehen, bzw. wörtlich “wählen zwischen”....
Wenn man bedenkt, daß ich ein Kinder der 68er Generation bin, der den Intellekt grundsätzlich als Basis für jedes Handeln beinhaltet, dann muss man sofort die Diskrepanz zwischen städtischen und ländlichen Denken spüren, sowie den Unterschied zwischen einem Menschen, der in einer Großstadt aufgewachsen ist zu einem, der auf dem Dorf aufwuchs!
Dass hier zwei sehr unterschiedlichen Menschen: “Anuschka und Peter” aufeinander treffen und zwei Kinder geboren wurden, die diese Eltern nun einmal haben, ist die Ausgangsbasis der Entscheidungsnotwendigkeit, weil diese Eltern nun seit drei Jahren geschieden worden sind.
Dieses Elternpaar, dass Ende der 60iger Jahre geborenen ist, dass in zwei so verschiedenen Welten aufwuchsen produzieren nun Spannungen, die sie nicht alleine bewältigen können.
Wer die Generation der Intellektuellen begreift, muss grundsätzlich verstehen, daß man immer wählen kann zwischen mindestens zwei Thesen. Und zwar dem "einen" und dem "anderen". Dies beleuchtet auch, warum sich Gegensätze eben anziehen und warum wir geheiratet haben und warum es die zwei Töchter Clara und Louisa gibt.
Daher möchte ich jetzt einmal zusammenfassen, warum ich denke, daß es Zeit wird, daß meine Töchter auch wieder richtig mit Ihrer Mutter zusammenleben.
Gegen mich wurde in den letzten Jahren schlimm operiert und vieles steht hier heute zur Debatte, warum Frau Dr. Wörgötter meint, die Kinder sollten, wenn es eine Entscheidung geben muss besser in die Obsorge meines Exmannes gegeben werden.
Ich fasse zusammen, wogegen ich nie wirklich eine Stellungnahme machen konnte und wie man meine Lage bezeichnet.
Da ich keinen motivierten Verteidiger an meiner Seite habe und hatte, muss ich die juristische Betrachtungsweise und Denkweise außer Acht lassen und einfach an das menschliche Glauben und die Auffassungsfähigkeit unserer Richterin glauben, die vielleicht mein Denken doch begreifen kann.
Also, gegen mich steht zu aller erst die Frage, wie ich denn meine Kinder ernähren will, wenn meine finanzielle Lage mich eventuell gerade zwingt eine Liquidität durchzustehen. Dann, meine Mobilität, welche mein Leben im Moment bestimmt. Meine Flexibilität und Grenzenlosigkeit, dann die Unruhe und Labilität, welche spürbar ist, wenn man mit mir zu tun hat. Weiterhin mein beruflicher Werdegang, meine Karriere bzw. mein Lebenslauf und Lebenswandel.
Vielleicht darin auch eingeschlossen, meine unkonventionelle
Denkweise, meine Moralvorstellungen und mein Begriff von Freiheit, mein Glaube und mein ethisches Empfinden.
Weiterhin die prikäre Situation meiner verschiedenen Wohnsitze und Aufenthaltsorte.
Die Ermittlungen und Verurteilungen der Staatsanwaltschaft und die Schwäche mich gut zu verteidigen. Weiterhin der illusorische ewige Glaube an verschieden Sanierungsmöglichkeiten und das Festhalten an die Idee sehr vermögend dazustehen.
Meine Jobsituation und die Deklarierung als Jobhopperin, schon seit Jahren, welche es unmöglich erscheinen lässt, einen festen Arbeitsplatz zu erhalten.
Dann sieht es so aus, als wenn ich nicht kalkulierbar bin, man mit mir nie rechnen kann und ich auch keine Kontinuität in meine Absichten an den Tag lege. Meine Stabilität und psychische Verfassung wird deshalb in Frage gestellt. Weiterhin das Anullierungsvorhaben meine Ex-mannes, meine neue Ehe, meine Verhältnisse und Beziehungen, sowie meine Sozialisierung.
Frau Dr. Wörgötter spricht von einer sozialen Introvertiertheit. Dagegen steht mein Kommunikations- und Publikationsverhalten im Sozial Network und auf anderen Internetforen.
Weiterhin haben wir die eigene Äußerung nicht zu wissen, wohin etwas führt und die in Fragestellung von Glaubensthematiken und Klanverhalten, sowie dem Gebärden aristokratischer Manier in Familienfragen.
Wenn man dies alles zusammenfasst, fragt man sich, was ich mir denke und warum ich meine, dass meine Töchter besser bei mir leben sollten.
Dies zu erläutern und darzustellen, werde ich in den folgenden Seiten und Stunden tun.
Jeder Leser muss sich daher bitte darauf einlassen, daß ich u.a. eine Studentin von Prof. Riese (Volkswirtschaftler), Prof. Rischbierter (Theaterwissenschaftler); Prof. Liessmann (Philosoph) und Prof. Rieken (Tiefenpsychologie) war und bin und Kritik vertrage!
Ich werde daher vorab auch in den Raum stellen, daß These und Antithese immer einen Gewinn darstellen und nur die, die sich die Mühe machen sich auf beides einzulassen mich verstehen werden. Und um das Verständnis bitte ich nach all meinen Ausführungen.
Am Ende stelle ich den Antrag, daß mir die alleinige Obsorge für meine Töchter überlassen wird, wenn mein Exmann weiterhin nicht damit einverstanden ist die Obsorge 50/ 50 zu teilen und die Kinder nun einmal, nachdem sie seit drei Jahren bei Ihm leben für mindestens 1 1/2 Jahre ihren Hauptwohnsitz bei mir haben sollten. Beziehungsweise, meine älteste Tochter, bis sie 14 ist und dann selber entscheiden kann.
Weiterhin stelle ich den Antrag die fachliche Diagnose von Langzeitschäden, welche die Parkinsonkrankheit inklusive dem Disaimulanzverhalten des Vaters auf Ihre persönliche und gesundheitliche Entwicklung haben wird! Und bitte dies mit zu berücksichtigen.
Außerdem beantrage ich eine sinnvolle und objektive Beurteilung des Jugendamtes über die Lebens- und Zukunftsperspektiven in meinen Haushalten. Die grenzüberschreitende Problematik möchte ich weiterhin auch in die Hände anderer Ämter legen und darauf Wert legen, daß Kinder mit Doppelsaatsbürgerschaften und Wohnsitzen auch eine entsprechende Berücksichtigung erhalten.
Soweit mein Vorwort. Im Folgenden möchte ich herausarbeiten warum die Mutterliebe, die Konfrontation eben auch mit der mütterlichen Familie, deren sozialen und gesellschaftlichen Kontexten und Denkweisen wichtig sind für eine kognitive Lebensfähigkeiten einer Intelligenz von morgen, womit ich von Clara und Louisa spreche.
Sie sind heute 10 und 6 Jahre alt!
Was Orte, Lebensräume, Besitz und Vermögen darstellen und warum in meinem Rucksack so viel drinnen ist, daß ich mich nicht nur als sehr reich sondern auch als absolut lebensfähig und gesund darstellen kann. Meine Mobilität und Grenzenlosigkeit, die über das Dreiländereck, Niederösterreich, Bayern und Südtirol bis Brasilien reicht, eine Bereicherung, nicht nur für die Mädchen darstellt und wie sie der Umgang mit Armut und Geldlosigkeit im Verhältnis zu einem sehr vermögenden Lebensstil auf die Zukunftsperspektiven der Generation meiner Töchter positiv auswirkt.
Ich freue mich auf Ihre Aufmerksamkeit und verbleibe vorerst mit einem Gedanken und Gebet an Gott, den Allmächtigen, dessen Segen ich sehr danke und den ich ewig anbeten werde!
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Meine Qualifikation als Mutter und damit für den Wohlstand und die Sicherheit meiner Kinder zu sorgen.
Das hat bereits im Jahr …. damit begonnen, daß ich so lange gewartet habe, bis ich den richtigen Vater für meinen Kinderwunsch ausgewählt habe und Rudolf Freudenthal im Stift Melk heiratete, daß ist der Anfang. Mir war es wichtig in eine konservative Großfamilie hinein zu heiraten, in der ich eine gute Position bekomme, wir einen landwirtschaftlichen Betrieb für die Grundversorgung und ein Haus haben.
Außerdem war es mir wichtig einen Mann mit einem guten Charakter und Gewissen, der gläubig ist zu heiraten und die Sicherheit zu haben, daß er eine Familie gründen möchte, Kinder aufziehen will und seine Position als Vater und Miterzieher nie in Frage stellt.
Ich wollte für meine Kinder eine echten Vater, der für sie da ist, sich Zeit nimmt und seine Arbeit im Haus hat, so daß sie ihn viel sehen und wir ein glückliches und enges Familienleben mit den Verwandten und Freunden pflegen können. Meine Wahl in die Geborgenheit eines kleinen Dorfes zu ziehen war auch zum Schutz meiner Kinder vor den Übergriffen in die persönliche Freiheit und Entwicklung, die man schnell in einer Stadt von heute erleben kann.
Behütet und geborgen sollten meine Kinder sein, ebenso in einem sorgenfreien Haushalt aufwachsen, mit gesunden und glücklichen Eltern. Ich selbst wollte gerne Hausfrau sein und für meine Familie und die Bedürfnisse im Haus sorgen.
So bin ich in eine Ehe eingegangen mit einem mir unbekannten Mann, der aber äußerlich all diese Dinge bereitzustellen schien. Die Unsicherheiten, Gefahren und Probleme seiner Situation und der Lage der Gutsverwaltung waren nicht offensichtlich.
Als ich begann mich zu positionieren und mir eine Zukunft vorzustellen, stand ich plötzlich vor scheinbar unlösbaren Problemen. Die Schweinezucht war eine Katastrophe und am Ende, die ganze Gutsanlage in einem sehr desolaten Zustand. Der Locatellikeller nicht gewinnorientiert zu bewirtschaften, die Obstplantage und die Brombeeren ebenfalls nicht effizient. Die gerade errichtete Biogasanleg wies alle möglichen innovativen Mängel und Sorgen auf und war eher ein Desaster.
Dazu kamen die Arbeitsgewohnheiten und Mitarbeiter, welche alten Strukturen unterworfen, ebenfalls nicht besonders effizient arbeiteten. Mein Mann war sichtlich alleine überfordert und körperlich sowie seelisch sehr belastet. Dazu kam plötzlich die Diagnose "Parkinson".
Ich habe also rasch gehandelt und mir mit einigen Bekannten versucht eine Lösung zu überlegen. Allerdings geknebelt von den Vorstellungen meines Schwiegervaters, der meinte Frauen seien nur dazu da Kinderwägen zu schieben. Das habe ich schon aus Prinzip gar nicht tun wollen. Ich habe mich daher auf meine eigenen Qualifikation gestürzt und überlegt, wie ich meine Karriere weiter ausbauen könnte und einen Coach gesucht, welcher mich in die Rektoratskandidatur in Salzburg steckte. Dort war ich als einzig entsprechend ausgebildete Frau unter den ersten 6 in der Kandidatur, was mich ein Jahr lang beschäftigte ein neues Konzept für die Universitätsleitung des Mozarteums in Salzburg zu entwickeln.
Damit beschäftigt und am Ende abgelehnt begann ich eine Promotion bei Prof. Liessmann in Wien zu schreiben, mit dem Thema: "Berufliche Chancen und Aussichten von Kunststudentinnen nach den Veränderungen des Universitätsgesetze 2002, in Hinblick auf die Karrieren bedeutender Persönlichkeiten und Ihren künstlerischen Laufbahnen vorher!"
Diese Arbeit brachte mich wöchentlich nach Wien und so hatte ich einen guten Abstand zu den Sorgen am Hof. Als dann meine 2. Tochter unterwegs war und ich die Kandidatur verlor, beschloss ich mein Augenmerk auf Immendorf zu richten. Inzwischen hatte der Filmemacher Martin Blahowsky den Locatellikeller zu einem interessanten Ausflugsziel für Stadtjugendliche gemacht und Frau Martina Angerer war damit bemüht einen Pferdebetrieb auf unserem Maierhof aufzubauen.
Das Angebot des Züchters Johannes Pirklbauer seine gute Trakehner Zucht zu übernehmen und der Besuch des Johann Schiffers, ebenfalls eines Züchters, der uns seinen guten Oldenburger Zuchthengst, sowie zwei wundervolle Dressurnachwusstuten mit Olympianiveau anbot, lies mich hellhörig werden und ich war bereit das Projekt zu übernehmen. Der Businessplan beinhaltete, daß wir bis zum kommenden Winter einen Stallbau fertig haben müßten, indem ebenfalls Pensionspferde aufgenommen werden konnten. Das Land Niederösterreich gewährte mir eine Einmalförderung von 150.000,- Euro dafür und die Unterstützung eines Unternehmensberaters, sowie eine Förderung für die Unternehmsberatung.
Leider kamen dann mehrere Tragödien auf uns zu, neben der Weltwirtschaftkrise 2008 bis 20010, gab es einen Stromausfall in unserem Schweinestall und es starben in einer Nacht 500 Mastschweine. Die Biogasanlage hatte einen großen Riss in der Dachplane und drohte zu explodieren und mein Mann mußte seinen ersten Kuraufenthalt annehmen, da er völlig zusammenbrach.
Ich wusste mir nur mehr zu helfen, in dem ich ihm vorschlug mir schnell einen Job in München zu suchen und dort für ein Jahr eine gesicherte Existenz für uns als Kleinfamilie aufzubauen, da ich den Eindruck hatte die Gutsverwaltung kann uns nicht mehr ernähren. Das ist mir auch gelungen und ich hatte schnell ein sehr schönes Haus in Bogenhausen und eine Job bei Selecteam als Headhunterin. Wenn man diese Ereignisse genauer beleuchtet stellt man fest, daß es mir nur um das Wohl meiner kleinen Familie ging und ich nur daran gedacht habe, wie ich uns ernähren und versorgen kann, wenn mein Mann ein Pflegefall wird und die Gutsverwaltung uns nicht mehr tragen kann.
Diese Voraussicht und Planung beweist meine Positionierung als verantwortungsbewusste Mutter und Ehefrau und außerdem die Liebe zu meinem Mann und meinen Kindern.
Hier zu sagen ich hätte mich Selbstverwirklichen wollen ist unsinnig, weil ich dann als Bühnenbildnerin einen eigenen Weg gegangen wäre, den ich ja bereits sehr erfolgreich gestartet hatte. 1985 bis 1999 war ich bereits sehr erfolgreich in meiner Karriere am Theater und an großen Häusern, wie der Schaubühne Berlin, dem Schauspielhaus Hamburg und Düsseldorf.
Dass ich nicht Karriere am Theater machen wollte, sondern eine glückliche Mutter, Ehefrau mit Großfamilie sein wollte, beweist mein Umzug nach Kirchdorf!
So möchte ich noch einmal aufmerksam machen darauf, daß nicht ich die Scheidung eingereicht habe, sondern er und das er es ist, der nun versucht die Ehe zu annullieren und noch einmal geheiratet hat um einen Sohn und Erben für seinen Hof zu haben. Denn eines der Hauptgründe war sicherlich, daß ich keine Sohn auf die Welt gebracht habe, dass ich gehen musste.,
Außerdem daß ich die Machtposition meiner Schwiegereltern nicht akzeptiert habe und die Hierarchiestrukuren des Klans versucht habe zu umgehen. Man kann das an dem Schlosspark beobachten, aus dem mittlerweile fast alle Pflanzen, welche ich in meiner Zeit von 2003 bis 2009 dort gepflanzt habe, bereits wieder ausgerissen wurden und wo der vorherige Zustand wiederhergestellt wurde.
Die Abhängigkeit meines Exmannes von seiner Familie und deren Ansichten, sowie seine Unfähigkeit selber zu denken und zu handeln ohne sich zu vergewissern und sich den Rückhalt der Eltern zu holen hat Frau Dr. Wörgötter mit Starrheit und Sturheit bezeichnet, die wohl auch in seiner Persönlichkeit manifestiert ist. Aber grundsätzlich ein Phänomen von Parkinson kennzeichnet.
Da ich völlig konträr bin und immer eine gesunde Distanz zu meiner Familie gelebt habe, war es mir sehr wichtig die Abhängigkeit von Kindern zu Ihren Eltern umzustoßen. Da zum Kindeswohl auch festgestellt werden muss, in welcher hierarchischen Abhängigkeit die Kinder zu welchem Elternteil stehen, steht fest, daß ich in den ersten Lebensjahren ein Monopol hatte. Clara und Louisa waren völlig an mich gebunden und sehr fixiert. Dass ich die Scheidung nur ertragen konnte, in dem ich mich in Klausur zurück gezogen habe und meine Kinder ins kalte Wasser stoßen musste, daß sie jetzt Ihren Vater zwingen mussten, sich mit ihnen zu beschäftigen, kann man auch als positiv bewerten. Denn wenn man den Mut betrachtet, den eine Mutter braucht ihren Kindern das zuzumuten und die Sicherheit dahinter spürt, daß die Kinder das schaffen und sie sich den Vater erobern können, dann sieht man sofort, daß ich sehr wohl nachgedacht und überlegt habe, was ich tue. Denn nur in der Verhaltensforschung findet man dafür eine Berechtigung und einen Trost als Muttertier.
Meine Realität, daß ich all die verschieden Schocks und die Ablehnung sowie Diskriminierung ertragen musste, daß ich all das Leid von meinem Leben und meine Kindern getrennt zu werden verwunden habe, darin kann man meine Stärke als Frau bewundern, sagen und denken meine Freunde!
Meine Istzustand zu diagnostizieren, alle Kräfte zu sammeln ein Ziel zu verfolgen, die Scheidung und all Ihre Folgen so rasch wie möglich abzuwickeln, um mich und auch meine finanzielle Lage und berufliche Zukunft so rasch wie möglich zu sanieren, all das ist mir nun innerhalb von drei Jahren gelungen. Daher brauche ich jetzt natürlich das Verständnis und die Unterstützung von Fachleuten, die meine Qualifikation als Mensch und Mutter richtig bewerten, die sehen können, warum ich keine Kraft hatte mich gegen eine Strafverfolgung zu wehren, warum ich aber die Kraft habe hinauszuposaunen, daß Louisa und Clara das Recht haben bei Ihrer Mutter leben zu wollen und daß sie sehr wohl diesen Wunsch äußern, nur das ihre momentane Zwicklage ihnen es nicht erlaubt dies offiziell zu bekunden, sondern dass sogar Louisa Ihre Abhängigkeit vom Vater und seiner Familie bereits begriffen hat, all das motiviert mich enorm mein Plädoyer zu formulieren und an die Öffentlichkeit zu gehen.
Die Klugheit und Intelligenz, sowie das wunderbare Verhalten meiner Töchter sind ebenfalls aktenkundig.
Ich werde nicht aufgeben, bis ich meine Töchter bei mir habe. Meine Liebe ist sehr stark und meine Wille auch. Grenzenlos ist meine Überzeugung das ich das Schaffen kann und grenzenlos auch mein Durchsetzungsvermögen, denn ich handle als sehr gläubige Frau mit Gottes Willen und kann es nun einmal gar nicht akzeptieren wenn Frauen unterdrückt und diskriminiert werden und Anwälte meinen ich hätte keine Chance.
Meine Chance liegt im Glauben und seiner Kraft Berge versetzen zu können. Meine Kraft liegt in der Mutterliebe, die wie eine Löwin um Ihre Kinder kämpft und im täglichen Gebet.
Soweit einmal eine Zusammenfassung was Mutterliebe ausmacht und warum sie so wichtig ist!
Und auch ein klare Formulierung meiner Stellung.
Also, da ich diejenige bin, die Fremd war, wurde ich auch wieder in die Fremde geschickt.
Da ich aber eine Tochter bin, eines sehr guten Malers der zwischen Brasilien und München kontinuierlich seit fast dreißig Jahren pendelt und all seinen Freunden und Bekannten in all den Zeiten immer die Treue gehalten hat, bin, sowie eine Tochter, einer Mutter und ebenfalls Malerin, die von Kaprun über Wien und München in Berlin landetet und jetzt Ihre Pension mit Ihrem geliebten 2. Mann in Lückendorf bei Zittau verbringt, weiß ich das man dort zu Hause ist, wo man liebt und geliebt wird.
Da ich in Kirchdorf nicht mehr geliebt werde und mir im Grunde nur die Feinde der Familie meines Exmannes nun die Freundschaft angeboten habe, bin ich dort nicht mehr richtig zu Hause. Aber für meine Töchter, kehre ich seit fast drei Jahren jede Woche zurück. Ich fühle mich dann zwar immer, als wenn ich in den Krieg ziehe und habe das Gefühl an die Front zu fahren, aber ich will meinen Töchtern die Sicherheit geben, daß ich immer nach Ihnen schaue und immer auch komplett für sie da wäre, wenn sie mich brauchen.
Deshalb habe ich das Haus Nr. 41 in Wilmersdorf bezogen und bin dort glücklich, wenn meine Töchter um mich sind. Sobald sie wieder in Kirchdorf sind, ist es kalt und einsam um mich dort, auch wenn mich nun unser Hund Jimmy tröstet, dann Eile ich zu meinem Freund, um Liebe und Geborgenheit zu spüren.
Soweit der äußere Sachverhalt und meine Realität. Die inneren seelischen Zustände und Gedankengänge sind wiederum ganz andere. Ein Kind, wie ich das in Berlin aufgewachsen ist, von 1972 bis 1989 mehr oder weniger dort gelebt hat, kennt keine Tabus und keinen katholischen Alltag. Die Punkbewegung und der “No future-Gedanke” sind eher meine Gegenwart gewesen, ebenso der Vietnam-Krieg und die Atomkriegängst.
Gehorsam und Treue, das waren eher “no-no´s”, als Nachahmung von Tradition und Werten. Kein Wunder das ich in das Land meiner Mutter nach Österreich heiraten wollte, mich nach der Gemeinschaft und dem Leben im Katholizismus gesehnt habeö2, ebenso wie nach allen konservativen Normen und Strukturen. Aber, wie passt das zusammen und was kommt dabei heraus. Eben eine Mutter, die sich nicht anpassen kann und nicht gewollt wird, weil sie die Dinge hinterfragt und andere Regeln aufstellt.
Nun dient es dem Wohl von Kindern, wenn sie lernen in der Region in der sie aufwachsen die Regeln mitzuspielen. Daher habe ich mich während meiner Scheidungstragödie zurückgezogen, aus dem Kindergartenalltag und aus dem Schulleben meiner Kinder und auch irgendwie aus der Dorfgemeinschaft, bis vor einem Jahr.
Aber heute kann man sagen, daß ich doch ein Teil dieser geworden bin und dort sehr wohl Freunde und offene Ohren gefunden habe, für mein unkonventionelles Denken.
Ich habe das Landleben dort immer geliebt, vor allem die Natur und die Region in ihrer ganzen Schönheit. Deswegen habe ich eher sympathisiert mit allen Windparkgegnern und nach Lösungen für den Tourismus gesucht.
Das ich nun, seit ich keine Freudenthal mehr bin, plötzlich ganz gut dastehe im Dorfleben und mich recht wohl fühle, hat sicher auch etwas mit meiner Eigenständigkeit als Person zu tun.
Die Realität ist die, daß ich in Wilmersdorf ein schönes Haus bezogen habe, in dem ich mich mit meinen Mädchen sehr wohl fühle, daß ich genügend Zeit habe alle Besuchszeiten genau einzuhalten und auch die Transferwege und Verkehrsprobleme alle gelöst habe. Sogar nicht nur eine Freundin mit Kindern habe ich gefunden, die jederzeit einspringen könnte und für beide da sein würde, wenn ich doch einmal einen Termin in einer Kinderzeit hätte, wie das an einem Mittwoch im März der Fall war. Dass das nicht umgesetzt werden konnte und sie dann doch in Immendorf waren, lag nur an der “Nichtakzeptanz” des KV.
Allerdings müßte dies jetzt auch geklärt worden sein. Da Irina Stronak meine Erstgeborene, seit Ihrer Musikschulzeit kennt, weil Ihr Sohn Daniel und sie gemeinsam die musikalische Früherziehung besucht haben.
Das Liebesverhältnis zu meinen Kindern ist zwar durch die Scheidung sehr strapaziert worden und die Hierarchieordnung hat sich durch die ersten Monate der Trennungsphase sehr verlagert, aber trotzdem sind wir im Grund sehr geprägt von einem problemlosen und sehr glücklichen Umgang miteinander. Die Vorwürfe des KV sind alle an den Haaren herbeigezogen und ich könnte genauso beginnen schmutzige Wäsche zu waschen, will ich aber nicht.
Nur aufmerksam möchte ich darauf machen, daß er immer noch Auto fährt, mit den Mädchen und sie oft alleine im Haus lässt, wenn er im Hof oder auf dem Feld zu tun hat. Seine neue Frau verbringt Ihre Zeit in erster Linie in anderen Ställen, bei Ihren Pferden und ist im Grunde sogar in den Abendstunden kaum eine Ansprechpartnerin für unsere Töchter, da sie dann Pferde füttern fahren muss.
Ich habe kein gutes Verhältnis zu ihr und verstehe mich gar nicht, sie feindet mich sichtlich an und ist mir gänzlich zuwider. Über Ihren Sohn Hagen wird berichtet, daß er den Mädchen schmutzige Wörter lernt und immer nur zur meiner Ältesten hält. Meine Kleine, ist nicht besonders glücklich mit dieser neuen Halbgeschwisterkonstellation.
Ich bemühe mich mit den Kindern immer das Gleich zu tun. So haben wir in Wien das Museumsquatier und die Ausstellungen im Zoom ebenso wie das Zusammentreffen unserer Freunde, den Manzanos, Blankensteins oder mit den Taufpaten meiner Kinder im Mittelpunkt unserer Ausflüge in die Großstadt. Die Jaquingasse ist ein häufiger Besuchsort, ebenso, wie der Monkipark schon das dritte Jahr ein Ort für die Geburtstagsparties geworden ist.
Verschiedene schöne Spielplätze und Schwimmbäder, genauso wie das Eislaufstadium und der Besuch der Oper sind schöne Erinnerungen.
Durch das Einrichten und Leben in Wilmersdorf hat sich ein neuer Ruheort und ein echtes Mamizuhause entwickelt, dies ist nun bald seit einem Jahr ein Bestand unseres gemeinsamen Lebens geworden, so daß die Clara jetzt festgestellt hat, daß sie, seit wir dort am Hauptplatz wohnen, bereits einen ganzen Kopf gewachsen ist.
Die Sommerferien am Gardasee, ebenso das Skifahren im Winter, sind auch schon fixe Bestandteile unserer Begegnungen und Ihrer Besuche bei mir. Mein Freund ist ihnen ein lieber und guter Freund und bietet ihnen auch immer wieder einmal besondere Erlebnisse, ebenso die Begegnung mit seinem elterlichem Landsitz und der Mutter, welches dann auch ein bisschen an Immendorf erinnert hat.
Südtirol bietet viel und vor allem ist es eine Welt mit Distanz vom alten Leben. Dadurch gehen wir vielen unangenehmen Konfrontationen aus dem Weg und erleben zusammen eine heile neue Welt. Es gibt hier keine Unsicherheiten und absolut keine Sorgen und Probleme. Sie haben bereits einen kleinen eigen Freundeskreis und wir sind beständig und gut sozialisiert, seit drei Jahren, im gleichen Haus, am Elisabethpark.
Das ich den Traum aufgeben musste, das sie zu mir ziehen dürfen, ist für mich erst eine Realität seit dem letzten Herbst, daß dadurch meine Ausgaben, Investitionen und Pläne alle stark belastet wurden eine unmittelbare Folge.
Warum es aber auf mich negativ zurückschlägt, daß ich nun in Wilmersdorf das aufgebaut habe, was ich Ihnen versprochen habe, ein echtes “Mamizuhause”, weiß ich nicht.
Ich jedenfalls übergebe sie nicht eine Minute an andere Personen, wenn wir zusammen sind, sondern verbringe die monatlichen 10 Tage, die ich sie nun bei mir habe komplett und ausschließlich mit Ihnen. Kümmere mich um alles, was sie brauchen und obwohl ich finanziell sehr belastet bin, fehlt es ihnen sicherlich an nichts!
Im Gegenteil, sie lernen wie man sich organisiert und dafür sorgt, daß man das was man braucht auch bekommt, bzw. sich danach richtet, was da ist und sich freut über den Luxus, wie dem Skifahren, den wir z.B. uns leisten. Beide haben in diesem Jahr sehr erfolgreich den 1 -2 Platz im Skirennen gemacht und sind ganz besonders fit unterwegs für ihr Alter und sehr ehrgeizig. Da ich eine Skilehrerin zur Mutter hatte und eine echte Bergsteigerin, ist es mir besonders wichtig, die Qualitäten die man daraus für das ganze Leben gewinnen kann herausholen. Mut, Genauigkeit, gute Planung, Sicherheit durch das eigene Können, das sind alles Dinge die ich wichtig finde und die meine Töchter bereits verinnerlicht haben!
Ich kann sehr stolz behaupten, und das wurde uns ja auch immer wieder, nicht nur vom Jugendamt, sondern auch von anderen Fachleuten bestätigt, wie toll unsere Töchter sind und das sie absolut gut entwickelt da stehen. Das schreibe ich auch der Intensität zu, denen ich meine Zeit mit Ihnen widme. Ebenso versuche ich das Band der Liebe gut zu halten, wenn wir nicht zusammen sind, rufe sie täglich an, schicke ihnen Post und Paket und bin innerlich viele Stunden bei ihnen.
Über die Kraft der Mutterliebe habe ich schon einiges gesagt und dass ich zielorientiert bin und ergebnisorientiert handle hat Frau Dr. Wörgötter ebenfalls bestätigt.
Ich kann also absolut behaupten, daß ich den Kindern Sicherheit, Kontinuität und Stabilität bieten kann, will und werde. Im Gegenteil ich möchte auf die Gefahr einer Trennung vom Vater und Ihrem jetzigen Leben durch einen Schicksalsschlag hinweisen. Was ist, wenn er einen Unfall hat oder sonst etwas passiert und er ein Pflegefall wird. Die Parkinsonkrankheit ist prädestiniert für solche unerwarteten plötzlichen Schläge. Dann müssen sie unvorbereitet wechseln und zu mir kommen. Der Gedanke, daß dann seine neue Frau und seine Familie in die elterlichen Pflichten genommen würden könnte, ist mir unerträglich und ein klarer Grund, warum ich niemals damit einverstanden sein kann, daß man mir die Obsorge entzieht!
das Argument das sich dann ja nichts Wesentliches ändert ist völlig unakzeptabel!
Das Leben ist oft unfair und ich freue mich über jede Minute, die meine Töchter Ihren Vater möglichst viel so erleben wie es ihm heute noch gut geht, auch wenn die Louisa schon weint und sagt, sie wünscht sich so sehr der Papi würde gehen können, wie wir.
Ich denke es würde vieles dafür sprechen, daß die Kinder langsam genauso viel in Wilmersdorf leben, wie in Kirchdorf und das sie in beiden Häusern komplett zu Hause sind, denn dann kann man je nach Lebenssituation und -lage entscheiden, wo es gerade für sie richtig ist zu sein.
Das ich für meine Jüngste gerne die Ballettstunden bei Nera Nicol realisiert hätte und für die Ältere die Zeiten im Alpenverein, gehört genauso zu den Entscheidungen, die wir jährlich mit den Kindern zusammen fällen sollten und müssen. Ebenso die Wahl der Schule und die berufliche Zukunft, da auch Frau Dr. Wörgötter sich gewundert hat, dass sie nicht aufs Gymnasium geht, wo sie eigentlich hingehört, wie sie sofort feststellte. Ich versteh daher nicht warum wir keine Medaitionssitzungen, wie verabredet mehr besuchen können. Es stimmt einfach nicht, daß die nicht erfolgreich waren. Wir wären immer noch im Kreise dieses Psychoterrors den ich erleben und ertragen musste.
Meine Unruhe und Labilität, die durch meine Lebenslage und den Verlust meiner Kinder sicherlich ihre Berechtigung hat, kann kein Grund sein, daß sie es nicht gut haben werden bei und mit mir. Im Gegenteil man kann davon ausgehen, daß es mir sofort besser geht. Ebenso kann die Versorgung kein Thema sein, da es dafür ja alle möglichen Regelungen geben könnte. Mein Ein- und Auskommen ist nun mal geprägt durch die Scheidung und ich kann aber genauso beweisen, daß ich immer alles nötige und wichtige für ein gutes Leben bekomme.
Ob Gott für uns sorgt, oder meine Freunde und Verwandten, oder der Staat, bzw. mein berufliche Entwicklung sich positiv gestaltet, daß kann man alles nicht als Bonität fixieren.
Fest steht jedenfalls, daß es uns am besten geht, wenn wir zusammen sind und daß es uns sicher an nichts fehlen wird, denn es tut sich immer eine Quelle auf, wenn man nur daran glaubt.
Der Glaube ist die wesentliche Grundlage für Vergebung und Verzeihung und auch für mein Verhältnis zur Ehe, daher kann ich heute nur sagen, daß die Auseinandersetzung mit dem Annullierungsversuch sicherlich eine Bereicherung ist, weil herauskommen wird, daß ich keine schwere Sünderin oder Betrügerin bin, sondern nur eine Frau, die schwach da steht im Patriarchat und daß ich schlecht bzw. gar nicht verteidigt wurde.
Ich habe das Sakrament der Ehe sicherlich nicht falsch entgegengenommen, ich komme nur aus anderen Kontexten und werde oft missverstanden. Ich glaube an die Freiheit des Willens, des Denkens und des Handelns und an eine Gesellschaft die sich entwickeln muss. Die Ehe ist mir heilig und meine Kinder noch mehr, daher schwöre ich vor Gott, das es ihnen niemals an irgendetwas fehlen wird und ich die Beste Mutter versuche zu sein, die man sein kann, als mein Selbstbildnis. Die Beschuldigungen und Verleumdungen gegen mich weise ich alle komplett zurück und reiche meine andere Wange, ich habe meinem Exmann nur sehr viele Liebeserklärungen geschrieben, ebenso meiner Schwiegermutter. Es gibt für mich das Böse im Neid und in dem Bedürfnis Macht auszuüben und in dem üblen Brauch anderen schlecht nachzureden. Die Sünden und die Taten, derer ich mich schäme und schuldig fühle, die beichte ich fast täglich und ich kann bezeugen, daß ich Gutes tun werde und schlechtes unterlasse, ebenso wie es an mir gar nichts kriminelles oder krankes gibt. Ich bin ein Kind meiner Zeit, ein Kind gescheiter Eltern und ein Zeitzeuge vieler Unsicherheiten und Ängste um das komplette Weltgeschehen, wie kann man mich da so anprangern?
Ich plädiere dafür daß meine Töchter, ab dem 1. September in mein Haus nach Wilmersdorf ziehen und ich die Obsorge bekommen, falls der KV diese nicht mit mir teilen möchte.
28. Juni
Tagebuchauszug aus dem letzten Seiten einer 5 monatigen Untersuchungshaft, welche mit einem Freispruch endete und doch Haftschädenauswirkungen, bis heute hinterließen.
...
Heute hat mich der Hans besucht. Durch diese hohen Besuche von lauter wichtigen Leuten, welche behaupten, sie sind meine Freunde, hat sich die wichtigste Untersuchungsrichterin meiner angenommen. Hans hat mich ziemlich beglückt! Er versucht mich zu trösten. Er meint meine Anklage sei nicht schlimm. Ein Kavaliersdelikt und ich werde sicher meine Unschuld beweisen können. Und später werde ich an diese Zeit nur noch als die, einer spannenden Vergangenheit, zurückdenken. Außerdem meint er muss ich darüber unbedingt ein Buch schreiben.
Da ich dann einen Gutsherrn geheiratet habe und irgendwie nicht wollte dass alle diese Geschichte kennen und darüber reden, habe ich das bis jetzt gelassen. Nun, da er mir aber nur noch schadet und sich so böse benimmt, kann es mir eigentlich auch egal sein. Meine Töchter wissen auch das meiste. Nur die Gesellschaft kann brutal sein. Vor allem die Kinder in der Schule und die Freundeskreise, daher wäre es mir lieber, alle Namen werden verändert und die Geschichte wird vielleicht einfach in die Schweiz, oder nach Frankreich verlegt. Nun, schauen wir mal. Nun, da ich im Moment noch in diesem Film, die Hauptrolle spiele, wäre es mir lieber, die Story wäre schon zu Ende. Außerdem fehlt eindeutig noch das Happy End.
Ich habe auch einfach kaum eine Hoffnung oder eine Idee, wie das aussehen könnte. Seit ich mich auch nicht mehr als Hans seine Braut sehe und mir eine Ehe mit ihm vorstelle, hat sich sowieso alles relativiert. Fühle mich sehr frei, träume von einem Leben in Luxemburg, vom Reiten und einem eher stillem Leben, mit nicht ganz so viel Aufregung.
Hoffentlich kommt bald mein Prozesstermin. Werde mich so sehr freuen, weil dann endlich ein Urteil gesprochen wird und ich weiß, wie es weiter geht. Am Schlimmsten ist dieses Warten auf das Jüngste Gericht! Dick bin ich geworden. Schön wäre es, wenn ich meine Figur noch etwas in den Griff bekomme. Und meine Haare werde ich blond färben, weil alle blonden Frauen Erfolg haben! Fühle mich nicht mehr besonders attraktiv, auch wenn ich als Schönheit gelte. Gott sei Dank. Das handelt mir zwar immer das Konkurrenzverhalten der Frauen ein, aber andererseits bekomme ich eine schöne Aufmerksamkeit von der männlichen Welt. Heute wurde mir Blut abgenommen für die Kontrolle meiner Werte und so weiß ich, was ich wiege. Möchte ungern mein Jod absetzen. Ich denke dass es mir gut tut. Aber vielleicht fühle ich mich eben einfach nur aufgedunsen und schlecht.
Das hin und her zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist mein Trauma geworden. Oft fühle ich mich krank.
Ich bin in New York geboren. Habe dort, aber nur eine kurze Zeit verbracht, weil meine Mutter gerade eine Ausstellung dort vorbereitet hat. Meine Eltern stammen eigentlich aus China, genauer Hongkong und Shanghai, sind aber Europäer. Ich weiß nicht genau, ob sie jüdisches Blut hatten und deshalb so weit in die Ferne gezogen waren. Für uns war das nie ein Thema. Ich weiß zwar, dass eine Großtante von mir mit einem Juden verheiratet war, aber die genaue Geschichte von ihr und ihrem Schicksal, die kenne ich nicht. Zwei Töchter, mit 6 und 10 Jahren, und ihren geliebten Mann, hat sie aber ganz tragisch in Auschwitz verloren. Aber das war ein Schmerz, der lange totgeschwiegen wurde! Mein Vater war Ingenieur, er hatte Maschinenbau studiert. Meine Mutter war Professorin für Psychologie, kam aber aus einer vermögenden Familie und musste nie wirklich arbeiten. Beide sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen, als ich 20 Jahre alt war. Meine Großeltern haben dann mein weiteres Leben sehr eng begleitet, sie leben nun auf den Bahamas. Sie haben ihr Geld mit Zement gemacht. Sie haben weltweit recht unterschiedliche Investitionen in Bauprojekte getätigt und auch mehrmals einen kurzfristigen Ruin erlebt. Allerdings sind sie echte Stehaufmännchen und kennen alle Ticks und Techniken, wie man aus Fehlern lernt und immer klüger wird.
Nach meiner Kindheit in Amerika wollte ich Europa kennenlernen und so besuchte ich alleine Deutschland, Frankreich und Italien. Das Geld dafür bekam ich von den Großeltern. Sie waren recht spendabel. Ich liebte es, die Theater zu besuchen und vor allem die griechischen Tragödien. Antigone war mir die liebste.
"Wo fern sie schmerzlos dieses Frevel Siegs erkämpft", ist eines meiner Liebsten Schlachtrufe.
Längere Zeit verbrachte ich in Mailand und Nizza, mit unterschiedlichen Liebhabern und Freundinnen. Am Piccolo Theater in Mailand arbeitete ich unter Giorgio Strehler, als Assistentin in der Ausstattung. Darauf bin ich noch heute recht stolz. Es war ein sehr lehrreiche Zeit.“ Hier endet ihre persönliche Beschreibung
Beginne meine Interviewfragen genauer zu formulieren:
Muss umbedingt bei allen den gleichen Fragerhythmus finden. Also, ich werde in Zukunft so starten:
1. Woher kommst Du, wo bist Du aufgewachsen, was waren wichtige Stationen in Deinem Leben.
2. Welche Liebesbeziehungen hattest Du?
3. Wovon hast Du gelebt?
4. Was macht Deine Person und Deine Charakter aus?
5. Was bedeutet Arbeit für Dich?
6. Was gefällt Dir am Leben?
7. Welche Sorgen und Ängste hast Du?
8. Wovon träumst Du?
9. Warum bist Du ins Gefängnis gekommen?
10. Siehst Du Dein Leben als Niederlage an?
11. Welche Hoffnungen hast Du jetzt?
Ich schreibe weiter, was sie mir noch erzählt hat und woran ich mich so erinnere. Ich habe mir angewöhnt, all die Geschichten meiner Mithäftlinge aufzuschreiben und sie auch gebeten, mir Ihre Geschichten aufzuschreiben, in ihrer Sprache, damit ich Dokumente habe und Berichte. Ich möchte später alle Schicksale erzählen können, von denen ich gehört habe. Mir ist es wichtig, dass Menschen die Geschichten ihres Lebens erzählen können und dafür einen Platz bekommen. Ich denke das ist das Recht eines jeden, daß er nicht vergessen werden kann und, damit ein Zeugnis bleibt. Und eine Erinnerung.
Das war wundervoll, wie Nina erzählen konnte. Ich wusste auch, dass nicht immer alles wahr war und sie sich auch in ihren eigenen Lügen verstricken konnte. So zum Beispiel das Ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Später hat sie aber doch wieder auch Vater und Mutter erwähnt. Wer war das dann. Wahleltern, andere Personen, die das was nie gewesen sind? Die. die Lücken und Schmerzen des Verlustes, wieder schließen sollten. Nun, lieber Leser, lieber Zuhörer, lieber Interessierter. Ich bitte einfach darum die einzelnen Geschichten zu genießen auch wenn sie manchmal ganz schön an den Haaren herbeigezogen klingen und andere wieder ganz wahr. Jede wurde auf Ihre Weise erzählt und gelebt. Der Regisseur, Ferruccio Soleri übernahm sie dann als Mitarbeiterin für ein paar Gastspiele in ganz Europa. In Budapest hatte sie einige Zeit ein Verhältnis mit einem Politiker und der hat sie in eine unangenehme Geschichte mit hineingezogen. Deshalb ist sie jetzt hier im Gefängnis. Das muss ungefähr zu der Zeit gewesen sein, als ich in Kanada gearbeitet habe. Ein ehemaliger Verehrer und Geschäftspartner versuchte mich ins Gefängnis zu bringen, weil er versucht hat, Schwarzgeld in Europa zu verstecken und mich dazu benutzen wollte, verschieden Konten für ihn zu eröffnen. Nun bin ich schon einige Zeit hier und versuche, das Beste aus meiner Lage zu machen. Es ist sehr eng und oft fast zum Ersticken. Ich habe auch nicht immer genug Papier und Bleistifte. Einen Anspitzer sowieso nicht, das ist am ärgerlichsten. Ich schreibe jeden Tag, Tagebuch, seit ich sieben Jahre alt bin. Das kann ich wohl nicht lassen. Das gehört schon so richtig zu meinem Leben. Hier habe ich nun aber begonnen richtige Aufzeichnungen zu machen. Gerade habe ich ein neues Heft begonnen, daher schreibe ich so, als wenn jemand hier beginnt, mit diesen Seiten. Das ist sowieso, mein liebstes Prinzip. Jeder Tag und jedes neue Kapitel sollen für sich alleine stehen können. So, als wenn es Leserbriefe wären, oder Artikel in einer Zeitung. Immer 5 Seiten, die in sich stimmig sind. Ob ich das schaffe. Und politisch muss das Ganze natürlich auch sein. Denn kein Tag vergeht hier, ohne dass wir nicht die Politik spüren. Neben dem striktem Innenleben hinter den Mauern, dringt durch das Radio die Außenwelt zu uns. Wir wissen nicht nur genau über das Wetter und die Böresenzahlen Bescheid, sondern über alles, von dem berichtet wird! Jedes Detail bleibt, denn wir werden mit dem Radio fast 10 Stunden berieselt und so haben wir die täglichen Nachrichten im Stundentakt.
Ohne schreiben kann ich gar nicht. Nina erzählt weiter:
"Ich habe nun vier Kinder, Georg aus der ersten Ehe meines Mannes." Sie weint, es ist das tragischste, im Gefängnis zu sein und so weit weg von den eigenen Kindern. Keine Mutter mag leben, ohne ihre Kinder. Es ist ein sehr spannender Job, den Ihr Mann hat. Wovon lebt Ihr? "Mein Mann, Philipp macht viel Geld mit großen Vermögensberatungen, Goldgeschäften und Immobilien, daher habe wir die Mädchen bei seiner Mutter auf dem Land gelassen. Die Jungs gehen auf Internate in der Schweiz. Im Winter und im Sommer verbringen wir die Ferien immer zusammen mit ihnen. Wir lieben es Skifahren zu gehen und viel zu wandern. Die Kinder fangen jetzt mit dem Paragliding an. Ich würde das auch gerne tun, weil ich das Fliegen so sehr liebe. Aber mein Rücken macht das nicht mehr mit. Wir träumen davon, in den Bergen ein Haus zu haben und interessieren uns für die Weinkultur und Landwirtschaft aus Erinnerungen, wie unsere Liebe begann. Wir arbeiten seit einiger Zeit mit verschiedenem Gärtnereinen zusammen um Nutzpflanzen auch in die Kleingärten und auf die Balkone zu bringen, weil wir davon überzeugt sind, dass jeder auch ein bisschen Selbstversorger werden muss! Außerdem lieben wir das Fliegen und haben wollen gerne ganz Europa so richtig kennenlernen. Udo Lindenberg tönt gerade aus dem Radio:
" Wir waren völlig fertig und konnten´s einfach nicht glauben. Und man sah, große Ereignisse werfen ihre Schatten unter die Augen."
Ich kann es immer noch nicht glauben, wo ich hier gelandet bin. Ich bin im Gefängnis. Ich bin ein Häftling. Ich schaue schlecht aus, ich habe Ringe unter den Augen. Und ich habe ungute Vorahnungen. "Also, darum möchte ich Euch diese Geschichte von mir erzählen, weil ich verzeihen möchte und um Vergebung bitte, allen denen ich weh getan habe über deren Gefühle und Emotionen ich einfach so hinweggetrampelt bin, und weil ich meinen Kindern die Geschichte meines Lebens vielleicht nie persönlich werde erzählen können, es aber immer Menschen geben wird, welche falsches erzählen und ein schlechtes Licht auf einen rücken. Ich mag die Illusion und die Phantasie, aber auch den geraden Gang und die aufrechte Haltung. Den Charakter von Männern und Neidern, oder von Frauen, welche sie alles Mögliche ausmalen, den mag ich nicht. Und ich glaube an Gott und die Vergebung aller Sünden. es sind so viele Dinge derer ich reuig bin. Ich mag die Liebe und die klaren Verhältnisse. "Dann haben wir unser Blut vermischt mit Indianerversprechen, und es war ganz klar, unsere Verschwörung werden wir nie brechen!" Wieder erinnere ich mich an Udo. Mein Stimmung verwandelt sich gerade in eine große Depression: "Ich schätze es nicht, wenn man nicht gibt und ich mag es auch nicht, wenn man Fehler nicht verzeihen kann. Triebe und Bedürfnisse hat jeder, aber ebenso ein Herz und wenn Küsse ehrlich sind, dann nur, wenn sie voller Liebe und Innigkeit das ausdrücken was man fühlt. Wenn sich einer abwendet, dann darf sich der andere niemals ausgenützt fühlen, sondern er sollte sich vielleicht fragen warum es Differenzen gibt." Jetzt gibt es Mittagessen, eine Stunde später.
Aber, um es auf Italienisch zu sagen: ...“Amo l´amore“…
Ich liebe die Liebe. Ich genieße das Leben und ich schätze den Fleiß und die Arbeit. Genauso wie die Disziplin, die Rhythmen und Geborgenheit. Begegnungen sind immer zweiseitig, aber wie schade wäre es, wenn es keine mehr gäbe.
" ...Und wir schwammen gegen die Strömung und rannten gegen den Wind!" Die Zukunft beschäftigt mich. Was wird die Überwachung bringen und was die ethischen Grundwerte dazu sagen, wenn es keine persönlichen Freiräume mehr geben wird? Irgendwann auch kein Bargeld mehr? Gerechtigkeit und Solidarität, die spürt man hier unter den Häftlingen und in jeder Beziehung ein "good will". Das ist schön und macht mir Mut und Hoffnung. Was können wir tun? Und worauf können wir hoffen.
Ich hab die Zeile ausgelassen, von Udo Lindenbergs Song: "Und wir waren die Geflippten, die durch nichts zu bremsen sind." So fühle ich mich oft und immer wieder und deswegen male ich mir doch fast täglich aus, wie ich fliehen kann, hier aus dem Knast. Später noch werde ich immer Sympathisantin sein, von Häftlingen, denen ein Ausbruch gelingt! So richtig ausgeflippt und cool finde ich das. Heute Nacht habe ich von einer Vorlesung geträumt, bei den Städtebauern. Es ging um die Überwachungskameras an Gebäuden und in öffentlichen Räumen und was diese bei den Menschen, neben dem Sicherheitsgefühlen, noch alles auslösen können. Ich habe Angst in der Stadt. Ich mag das Dorfleben lieber. Und dann vermisse ich wieder die Staus auf der Straße, die Menschenmengen, die den U-Bahneingängen zu eilen, die sich in die Wagons drängeln. Heute ist es ganz schön hier. Der Spaziergang im Hof war ruhig. Viele hingen an den Fenstern, aber draußen Ware nur wenige.
Einmal war ich in einer sehr gelungen Ausstellung, in der eine Röhre gezeigt wurde. Man muss sich hineinstellen und bekam den Eindruck mitten auf einem Kleinen Strich auf einer großen Straße zu stehen. Links und rechts donnerten die Autos vorbei. Ich glaube alles war chinesisch und eine Simulation aus Hongkong, oder so. Es hat mich sehr beeindruckt! Was Udo Lindenberg mit seinem Song am Ende wiederholt, dieses durch nichts zu bremsen sein und gegen die Strömung zu schwimmen und gegen den Wind zu laufen. Das habe ich verinnerlicht. Darum bin ich hier, weil ich einen eigenen Schädel habe und nicht immer gut aufpasse. "Wer weiß, ob wir sonst immer noch das Power Team wären, das sich jede Freiheit rausnimmt?" Jetzt mach im Mal Schluss und lese weiter in meinem Hemingway: "Paris, ein Fest fürs Leben." Das tröstet mich.
Mein Plädoyer, für die Entscheidungsfindung,
des Hauptwohnsitzes von meinen Töchterm!
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Schließ die Äuglein, holder Kleine!
Schlafe sicher mir im Arm!
O, dein Bettlein macht die keine
Je so weich, so liebewarm;
Mutterliebe wiegt dich ein;
Mutterküsse warten dein.
Unter tausend, tausend Küssen
Aufgewacht, ans Herz gedrückt,
Möchtest du nur einmal wissen,
Wie dein Lächeln mich entzückt!
Engelunschuld lacht mich an;
Offen ist der Himmel dann;
Wohl dem Herzen voller Treue,
Das sich alles darf gestehn!
Kleiner Engel! ohne Reue
Kann ich dir ins Auge sehn.
Immer, immer lächle so!
Nur die Unschuld macht uns froh!
Autor: Johann Georg Jacobi (1740-1814)
Titel: Lied einer Mutter
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Ich beginne einmal mit dem Wort:
Intelligenz= intellegere= verstehen, bzw. wörtlich “wählen zwischen”....
Wenn man bedenkt, daß ich ein Kinder der 68er Generation bin, der den Intellekt grundsätzlich als Basis für jedes Handeln beinhaltet, dann muss man sofort die Diskrepanz zwischen städtischen und ländlichen Denken spüren, sowie den Unterschied zwischen einem Menschen, der in einer Großstadt aufgewachsen ist zu einem, der auf dem Dorf aufwuchs!
Dass hier zwei sehr unterschiedlichen Menschen: “Anuschka und Peter” aufeinander treffen und zwei Kinder geboren wurden, die diese Eltern nun einmal haben, ist die Ausgangsbasis der Entscheidungsnotwendigkeit, weil diese Eltern nun seit drei Jahren geschieden worden sind.
Dieses Elternpaar, dass Ende der 60iger Jahre geborenen ist, dass in zwei so verschiedenen Welten aufwuchsen produzieren nun Spannungen, die sie nicht alleine bewältigen können.
Wer die Generation der Intellektuellen begreift, muss grundsätzlich verstehen, daß man immer wählen kann zwischen mindestens zwei Thesen. Und zwar dem "einen" und dem "anderen". Dies beleuchtet auch, warum sich Gegensätze eben anziehen und warum wir geheiratet haben und warum es die zwei Töchter Clara und Louisa gibt.
Daher möchte ich jetzt einmal zusammenfassen, warum ich denke, daß es Zeit wird, daß meine Töchter auch wieder richtig mit Ihrer Mutter zusammenleben.
Gegen mich wurde in den letzten Jahren schlimm operiert und vieles steht hier heute zur Debatte, warum Frau Dr. Wörgötter meint, die Kinder sollten, wenn es eine Entscheidung geben muss besser in die Obsorge meines Exmannes gegeben werden.
Ich fasse zusammen, wogegen ich nie wirklich eine Stellungnahme machen konnte und wie man meine Lage bezeichnet.
Da ich keinen motivierten Verteidiger an meiner Seite habe und hatte, muss ich die juristische Betrachtungsweise und Denkweise außer Acht lassen und einfach an das menschliche Glauben und die Auffassungsfähigkeit unserer Richterin glauben, die vielleicht mein Denken doch begreifen kann.
Also, gegen mich steht zu aller erst die Frage, wie ich denn meine Kinder ernähren will, wenn meine finanzielle Lage mich eventuell gerade zwingt eine Liquidität durchzustehen. Dann, meine Mobilität, welche mein Leben im Moment bestimmt. Meine Flexibilität und Grenzenlosigkeit, dann die Unruhe und Labilität, welche spürbar ist, wenn man mit mir zu tun hat. Weiterhin mein beruflicher Werdegang, meine Karriere bzw. mein Lebenslauf und Lebenswandel.
Vielleicht darin auch eingeschlossen, meine unkonventionelle
Denkweise, meine Moralvorstellungen und mein Begriff von Freiheit, mein Glaube und mein ethisches Empfinden.
Weiterhin die prikäre Situation meiner verschiedenen Wohnsitze und Aufenthaltsorte.
Die Ermittlungen und Verurteilungen der Staatsanwaltschaft und die Schwäche mich gut zu verteidigen. Weiterhin der illusorische ewige Glaube an verschieden Sanierungsmöglichkeiten und das Festhalten an die Idee sehr vermögend dazustehen.
Meine Jobsituation und die Deklarierung als Jobhopperin, schon seit Jahren, welche es unmöglich erscheinen lässt, einen festen Arbeitsplatz zu erhalten.
Dann sieht es so aus, als wenn ich nicht kalkulierbar bin, man mit mir nie rechnen kann und ich auch keine Kontinuität in meine Absichten an den Tag lege. Meine Stabilität und psychische Verfassung wird deshalb in Frage gestellt. Weiterhin das Anullierungsvorhaben meine Ex-mannes, meine neue Ehe, meine Verhältnisse und Beziehungen, sowie meine Sozialisierung.
Frau Dr. Wörgötter spricht von einer sozialen Introvertiertheit. Dagegen steht mein Kommunikations- und Publikationsverhalten im Sozial Network und auf anderen Internetforen.
Weiterhin haben wir die eigene Äußerung nicht zu wissen, wohin etwas führt und die in Fragestellung von Glaubensthematiken und Klanverhalten, sowie dem Gebärden aristokratischer Manier in Familienfragen.
Wenn man dies alles zusammenfasst, fragt man sich, was ich mir denke und warum ich meine, dass meine Töchter besser bei mir leben sollten.
Dies zu erläutern und darzustellen, werde ich in den folgenden Seiten und Stunden tun.
Jeder Leser muss sich daher bitte darauf einlassen, daß ich u.a. eine Studentin von Prof. Riese (Volkswirtschaftler), Prof. Rischbierter (Theaterwissenschaftler); Prof. Liessmann (Philosoph) und Prof. Rieken (Tiefenpsychologie) war und bin und Kritik vertrage!
Ich werde daher vorab auch in den Raum stellen, daß These und Antithese immer einen Gewinn darstellen und nur die, die sich die Mühe machen sich auf beides einzulassen mich verstehen werden. Und um das Verständnis bitte ich nach all meinen Ausführungen.
Am Ende stelle ich den Antrag, daß mir die alleinige Obsorge für meine Töchter überlassen wird, wenn mein Exmann weiterhin nicht damit einverstanden ist die Obsorge 50/ 50 zu teilen und die Kinder nun einmal, nachdem sie seit drei Jahren bei Ihm leben für mindestens 1 1/2 Jahre ihren Hauptwohnsitz bei mir haben sollten. Beziehungsweise, meine älteste Tochter, bis sie 14 ist und dann selber entscheiden kann.
Weiterhin stelle ich den Antrag die fachliche Diagnose von Langzeitschäden, welche die Parkinsonkrankheit inklusive dem Disaimulanzverhalten des Vaters auf Ihre persönliche und gesundheitliche Entwicklung haben wird! Und bitte dies mit zu berücksichtigen.
Außerdem beantrage ich eine sinnvolle und objektive Beurteilung des Jugendamtes über die Lebens- und Zukunftsperspektiven in meinen Haushalten. Die grenzüberschreitende Problematik möchte ich weiterhin auch in die Hände anderer Ämter legen und darauf Wert legen, daß Kinder mit Doppelsaatsbürgerschaften und Wohnsitzen auch eine entsprechende Berücksichtigung erhalten.
Soweit mein Vorwort. Im Folgenden möchte ich herausarbeiten warum die Mutterliebe, die Konfrontation eben auch mit der mütterlichen Familie, deren sozialen und gesellschaftlichen Kontexten und Denkweisen wichtig sind für eine kognitive Lebensfähigkeiten einer Intelligenz von morgen, womit ich von Clara und Louisa spreche.
Sie sind heute 10 und 6 Jahre alt!
Was Orte, Lebensräume, Besitz und Vermögen darstellen und warum in meinem Rucksack so viel drinnen ist, daß ich mich nicht nur als sehr reich sondern auch als absolut lebensfähig und gesund darstellen kann. Meine Mobilität und Grenzenlosigkeit, die über das Dreiländereck, Niederösterreich, Bayern und Südtirol bis Brasilien reicht, eine Bereicherung, nicht nur für die Mädchen darstellt und wie sie der Umgang mit Armut und Geldlosigkeit im Verhältnis zu einem sehr vermögenden Lebensstil auf die Zukunftsperspektiven der Generation meiner Töchter positiv auswirkt.
Ich freue mich auf Ihre Aufmerksamkeit und verbleibe vorerst mit einem Gedanken und Gebet an Gott, den Allmächtigen, dessen Segen ich sehr danke und den ich ewig anbeten werde!
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Meine Qualifikation als Mutter und damit für den Wohlstand und die Sicherheit meiner Kinder zu sorgen.
Das hat bereits im Jahr …. damit begonnen, daß ich so lange gewartet habe, bis ich den richtigen Vater für meinen Kinderwunsch ausgewählt habe und Rudolf Freudenthal im Stift Melk heiratete, daß ist der Anfang. Mir war es wichtig in eine konservative Großfamilie hinein zu heiraten, in der ich eine gute Position bekomme, wir einen landwirtschaftlichen Betrieb für die Grundversorgung und ein Haus haben.
Außerdem war es mir wichtig einen Mann mit einem guten Charakter und Gewissen, der gläubig ist zu heiraten und die Sicherheit zu haben, daß er eine Familie gründen möchte, Kinder aufziehen will und seine Position als Vater und Miterzieher nie in Frage stellt.
Ich wollte für meine Kinder eine echten Vater, der für sie da ist, sich Zeit nimmt und seine Arbeit im Haus hat, so daß sie ihn viel sehen und wir ein glückliches und enges Familienleben mit den Verwandten und Freunden pflegen können. Meine Wahl in die Geborgenheit eines kleinen Dorfes zu ziehen war auch zum Schutz meiner Kinder vor den Übergriffen in die persönliche Freiheit und Entwicklung, die man schnell in einer Stadt von heute erleben kann.
Behütet und geborgen sollten meine Kinder sein, ebenso in einem sorgenfreien Haushalt aufwachsen, mit gesunden und glücklichen Eltern. Ich selbst wollte gerne Hausfrau sein und für meine Familie und die Bedürfnisse im Haus sorgen.
So bin ich in eine Ehe eingegangen mit einem mir unbekannten Mann, der aber äußerlich all diese Dinge bereitzustellen schien. Die Unsicherheiten, Gefahren und Probleme seiner Situation und der Lage der Gutsverwaltung waren nicht offensichtlich.
Als ich begann mich zu positionieren und mir eine Zukunft vorzustellen, stand ich plötzlich vor scheinbar unlösbaren Problemen. Die Schweinezucht war eine Katastrophe und am Ende, die ganze Gutsanlage in einem sehr desolaten Zustand. Der Locatellikeller nicht gewinnorientiert zu bewirtschaften, die Obstplantage und die Brombeeren ebenfalls nicht effizient. Die gerade errichtete Biogasanleg wies alle möglichen innovativen Mängel und Sorgen auf und war eher ein Desaster.
Dazu kamen die Arbeitsgewohnheiten und Mitarbeiter, welche alten Strukturen unterworfen, ebenfalls nicht besonders effizient arbeiteten. Mein Mann war sichtlich alleine überfordert und körperlich sowie seelisch sehr belastet. Dazu kam plötzlich die Diagnose "Parkinson".
Ich habe also rasch gehandelt und mir mit einigen Bekannten versucht eine Lösung zu überlegen. Allerdings geknebelt von den Vorstellungen meines Schwiegervaters, der meinte Frauen seien nur dazu da Kinderwägen zu schieben. Das habe ich schon aus Prinzip gar nicht tun wollen. Ich habe mich daher auf meine eigenen Qualifikation gestürzt und überlegt, wie ich meine Karriere weiter ausbauen könnte und einen Coach gesucht, welcher mich in die Rektoratskandidatur in Salzburg steckte. Dort war ich als einzig entsprechend ausgebildete Frau unter den ersten 6 in der Kandidatur, was mich ein Jahr lang beschäftigte ein neues Konzept für die Universitätsleitung des Mozarteums in Salzburg zu entwickeln.
Damit beschäftigt und am Ende abgelehnt begann ich eine Promotion bei Prof. Liessmann in Wien zu schreiben, mit dem Thema: "Berufliche Chancen und Aussichten von Kunststudentinnen nach den Veränderungen des Universitätsgesetze 2002, in Hinblick auf die Karrieren bedeutender Persönlichkeiten und Ihren künstlerischen Laufbahnen vorher!"
Diese Arbeit brachte mich wöchentlich nach Wien und so hatte ich einen guten Abstand zu den Sorgen am Hof. Als dann meine 2. Tochter unterwegs war und ich die Kandidatur verlor, beschloss ich mein Augenmerk auf Immendorf zu richten. Inzwischen hatte der Filmemacher Martin Blahowsky den Locatellikeller zu einem interessanten Ausflugsziel für Stadtjugendliche gemacht und Frau Martina Angerer war damit bemüht einen Pferdebetrieb auf unserem Maierhof aufzubauen.
Das Angebot des Züchters Johannes Pirklbauer seine gute Trakehner Zucht zu übernehmen und der Besuch des Johann Schiffers, ebenfalls eines Züchters, der uns seinen guten Oldenburger Zuchthengst, sowie zwei wundervolle Dressurnachwusstuten mit Olympianiveau anbot, lies mich hellhörig werden und ich war bereit das Projekt zu übernehmen. Der Businessplan beinhaltete, daß wir bis zum kommenden Winter einen Stallbau fertig haben müßten, indem ebenfalls Pensionspferde aufgenommen werden konnten. Das Land Niederösterreich gewährte mir eine Einmalförderung von 150.000,- Euro dafür und die Unterstützung eines Unternehmensberaters, sowie eine Förderung für die Unternehmsberatung.
Leider kamen dann mehrere Tragödien auf uns zu, neben der Weltwirtschaftkrise 2008 bis 20010, gab es einen Stromausfall in unserem Schweinestall und es starben in einer Nacht 500 Mastschweine. Die Biogasanlage hatte einen großen Riss in der Dachplane und drohte zu explodieren und mein Mann mußte seinen ersten Kuraufenthalt annehmen, da er völlig zusammenbrach.
Ich wusste mir nur mehr zu helfen, in dem ich ihm vorschlug mir schnell einen Job in München zu suchen und dort für ein Jahr eine gesicherte Existenz für uns als Kleinfamilie aufzubauen, da ich den Eindruck hatte die Gutsverwaltung kann uns nicht mehr ernähren. Das ist mir auch gelungen und ich hatte schnell ein sehr schönes Haus in Bogenhausen und eine Job bei Selecteam als Headhunterin. Wenn man diese Ereignisse genauer beleuchtet stellt man fest, daß es mir nur um das Wohl meiner kleinen Familie ging und ich nur daran gedacht habe, wie ich uns ernähren und versorgen kann, wenn mein Mann ein Pflegefall wird und die Gutsverwaltung uns nicht mehr tragen kann.
Diese Voraussicht und Planung beweist meine Positionierung als verantwortungsbewusste Mutter und Ehefrau und außerdem die Liebe zu meinem Mann und meinen Kindern.
Hier zu sagen ich hätte mich Selbstverwirklichen wollen ist unsinnig, weil ich dann als Bühnenbildnerin einen eigenen Weg gegangen wäre, den ich ja bereits sehr erfolgreich gestartet hatte. 1985 bis 1999 war ich bereits sehr erfolgreich in meiner Karriere am Theater und an großen Häusern, wie der Schaubühne Berlin, dem Schauspielhaus Hamburg und Düsseldorf.
Dass ich nicht Karriere am Theater machen wollte, sondern eine glückliche Mutter, Ehefrau mit Großfamilie sein wollte, beweist mein Umzug nach Kirchdorf!
So möchte ich noch einmal aufmerksam machen darauf, daß nicht ich die Scheidung eingereicht habe, sondern er und das er es ist, der nun versucht die Ehe zu annullieren und noch einmal geheiratet hat um einen Sohn und Erben für seinen Hof zu haben. Denn eines der Hauptgründe war sicherlich, daß ich keine Sohn auf die Welt gebracht habe, dass ich gehen musste.,
Außerdem daß ich die Machtposition meiner Schwiegereltern nicht akzeptiert habe und die Hierarchiestrukuren des Klans versucht habe zu umgehen. Man kann das an dem Schlosspark beobachten, aus dem mittlerweile fast alle Pflanzen, welche ich in meiner Zeit von 2003 bis 2009 dort gepflanzt habe, bereits wieder ausgerissen wurden und wo der vorherige Zustand wiederhergestellt wurde.
Die Abhängigkeit meines Exmannes von seiner Familie und deren Ansichten, sowie seine Unfähigkeit selber zu denken und zu handeln ohne sich zu vergewissern und sich den Rückhalt der Eltern zu holen hat Frau Dr. Wörgötter mit Starrheit und Sturheit bezeichnet, die wohl auch in seiner Persönlichkeit manifestiert ist. Aber grundsätzlich ein Phänomen von Parkinson kennzeichnet.
Da ich völlig konträr bin und immer eine gesunde Distanz zu meiner Familie gelebt habe, war es mir sehr wichtig die Abhängigkeit von Kindern zu Ihren Eltern umzustoßen. Da zum Kindeswohl auch festgestellt werden muss, in welcher hierarchischen Abhängigkeit die Kinder zu welchem Elternteil stehen, steht fest, daß ich in den ersten Lebensjahren ein Monopol hatte. Clara und Louisa waren völlig an mich gebunden und sehr fixiert. Dass ich die Scheidung nur ertragen konnte, in dem ich mich in Klausur zurück gezogen habe und meine Kinder ins kalte Wasser stoßen musste, daß sie jetzt Ihren Vater zwingen mussten, sich mit ihnen zu beschäftigen, kann man auch als positiv bewerten. Denn wenn man den Mut betrachtet, den eine Mutter braucht ihren Kindern das zuzumuten und die Sicherheit dahinter spürt, daß die Kinder das schaffen und sie sich den Vater erobern können, dann sieht man sofort, daß ich sehr wohl nachgedacht und überlegt habe, was ich tue. Denn nur in der Verhaltensforschung findet man dafür eine Berechtigung und einen Trost als Muttertier.
Meine Realität, daß ich all die verschieden Schocks und die Ablehnung sowie Diskriminierung ertragen musste, daß ich all das Leid von meinem Leben und meine Kindern getrennt zu werden verwunden habe, darin kann man meine Stärke als Frau bewundern, sagen und denken meine Freunde!
Meine Istzustand zu diagnostizieren, alle Kräfte zu sammeln ein Ziel zu verfolgen, die Scheidung und all Ihre Folgen so rasch wie möglich abzuwickeln, um mich und auch meine finanzielle Lage und berufliche Zukunft so rasch wie möglich zu sanieren, all das ist mir nun innerhalb von drei Jahren gelungen. Daher brauche ich jetzt natürlich das Verständnis und die Unterstützung von Fachleuten, die meine Qualifikation als Mensch und Mutter richtig bewerten, die sehen können, warum ich keine Kraft hatte mich gegen eine Strafverfolgung zu wehren, warum ich aber die Kraft habe hinauszuposaunen, daß Louisa und Clara das Recht haben bei Ihrer Mutter leben zu wollen und daß sie sehr wohl diesen Wunsch äußern, nur das ihre momentane Zwicklage ihnen es nicht erlaubt dies offiziell zu bekunden, sondern dass sogar Louisa Ihre Abhängigkeit vom Vater und seiner Familie bereits begriffen hat, all das motiviert mich enorm mein Plädoyer zu formulieren und an die Öffentlichkeit zu gehen.
Die Klugheit und Intelligenz, sowie das wunderbare Verhalten meiner Töchter sind ebenfalls aktenkundig.
Ich werde nicht aufgeben, bis ich meine Töchter bei mir habe. Meine Liebe ist sehr stark und meine Wille auch. Grenzenlos ist meine Überzeugung das ich das Schaffen kann und grenzenlos auch mein Durchsetzungsvermögen, denn ich handle als sehr gläubige Frau mit Gottes Willen und kann es nun einmal gar nicht akzeptieren wenn Frauen unterdrückt und diskriminiert werden und Anwälte meinen ich hätte keine Chance.
Meine Chance liegt im Glauben und seiner Kraft Berge versetzen zu können. Meine Kraft liegt in der Mutterliebe, die wie eine Löwin um Ihre Kinder kämpft und im täglichen Gebet.
Soweit einmal eine Zusammenfassung was Mutterliebe ausmacht und warum sie so wichtig ist!
Und auch ein klare Formulierung meiner Stellung.
Also, da ich diejenige bin, die Fremd war, wurde ich auch wieder in die Fremde geschickt.
Da ich aber eine Tochter bin, eines sehr guten Malers der zwischen Brasilien und München kontinuierlich seit fast dreißig Jahren pendelt und all seinen Freunden und Bekannten in all den Zeiten immer die Treue gehalten hat, bin, sowie eine Tochter, einer Mutter und ebenfalls Malerin, die von Kaprun über Wien und München in Berlin landetet und jetzt Ihre Pension mit Ihrem geliebten 2. Mann in Lückendorf bei Zittau verbringt, weiß ich das man dort zu Hause ist, wo man liebt und geliebt wird.
Da ich in Kirchdorf nicht mehr geliebt werde und mir im Grunde nur die Feinde der Familie meines Exmannes nun die Freundschaft angeboten habe, bin ich dort nicht mehr richtig zu Hause. Aber für meine Töchter, kehre ich seit fast drei Jahren jede Woche zurück. Ich fühle mich dann zwar immer, als wenn ich in den Krieg ziehe und habe das Gefühl an die Front zu fahren, aber ich will meinen Töchtern die Sicherheit geben, daß ich immer nach Ihnen schaue und immer auch komplett für sie da wäre, wenn sie mich brauchen.
Deshalb habe ich das Haus Nr. 41 in Wilmersdorf bezogen und bin dort glücklich, wenn meine Töchter um mich sind. Sobald sie wieder in Kirchdorf sind, ist es kalt und einsam um mich dort, auch wenn mich nun unser Hund Jimmy tröstet, dann Eile ich zu meinem Freund, um Liebe und Geborgenheit zu spüren.
Soweit der äußere Sachverhalt und meine Realität. Die inneren seelischen Zustände und Gedankengänge sind wiederum ganz andere. Ein Kind, wie ich das in Berlin aufgewachsen ist, von 1972 bis 1989 mehr oder weniger dort gelebt hat, kennt keine Tabus und keinen katholischen Alltag. Die Punkbewegung und der “No future-Gedanke” sind eher meine Gegenwart gewesen, ebenso der Vietnam-Krieg und die Atomkriegängst.
Gehorsam und Treue, das waren eher “no-no´s”, als Nachahmung von Tradition und Werten. Kein Wunder das ich in das Land meiner Mutter nach Österreich heiraten wollte, mich nach der Gemeinschaft und dem Leben im Katholizismus gesehnt habeö2, ebenso wie nach allen konservativen Normen und Strukturen. Aber, wie passt das zusammen und was kommt dabei heraus. Eben eine Mutter, die sich nicht anpassen kann und nicht gewollt wird, weil sie die Dinge hinterfragt und andere Regeln aufstellt.
Nun dient es dem Wohl von Kindern, wenn sie lernen in der Region in der sie aufwachsen die Regeln mitzuspielen. Daher habe ich mich während meiner Scheidungstragödie zurückgezogen, aus dem Kindergartenalltag und aus dem Schulleben meiner Kinder und auch irgendwie aus der Dorfgemeinschaft, bis vor einem Jahr.
Aber heute kann man sagen, daß ich doch ein Teil dieser geworden bin und dort sehr wohl Freunde und offene Ohren gefunden habe, für mein unkonventionelles Denken.
Ich habe das Landleben dort immer geliebt, vor allem die Natur und die Region in ihrer ganzen Schönheit. Deswegen habe ich eher sympathisiert mit allen Windparkgegnern und nach Lösungen für den Tourismus gesucht.
Das ich nun, seit ich keine Freudenthal mehr bin, plötzlich ganz gut dastehe im Dorfleben und mich recht wohl fühle, hat sicher auch etwas mit meiner Eigenständigkeit als Person zu tun.
Die Realität ist die, daß ich in Wilmersdorf ein schönes Haus bezogen habe, in dem ich mich mit meinen Mädchen sehr wohl fühle, daß ich genügend Zeit habe alle Besuchszeiten genau einzuhalten und auch die Transferwege und Verkehrsprobleme alle gelöst habe. Sogar nicht nur eine Freundin mit Kindern habe ich gefunden, die jederzeit einspringen könnte und für beide da sein würde, wenn ich doch einmal einen Termin in einer Kinderzeit hätte, wie das an einem Mittwoch im März der Fall war. Dass das nicht umgesetzt werden konnte und sie dann doch in Immendorf waren, lag nur an der “Nichtakzeptanz” des KV.
Allerdings müßte dies jetzt auch geklärt worden sein. Da Irina Stronak meine Erstgeborene, seit Ihrer Musikschulzeit kennt, weil Ihr Sohn Daniel und sie gemeinsam die musikalische Früherziehung besucht haben.
Das Liebesverhältnis zu meinen Kindern ist zwar durch die Scheidung sehr strapaziert worden und die Hierarchieordnung hat sich durch die ersten Monate der Trennungsphase sehr verlagert, aber trotzdem sind wir im Grund sehr geprägt von einem problemlosen und sehr glücklichen Umgang miteinander. Die Vorwürfe des KV sind alle an den Haaren herbeigezogen und ich könnte genauso beginnen schmutzige Wäsche zu waschen, will ich aber nicht.
Nur aufmerksam möchte ich darauf machen, daß er immer noch Auto fährt, mit den Mädchen und sie oft alleine im Haus lässt, wenn er im Hof oder auf dem Feld zu tun hat. Seine neue Frau verbringt Ihre Zeit in erster Linie in anderen Ställen, bei Ihren Pferden und ist im Grunde sogar in den Abendstunden kaum eine Ansprechpartnerin für unsere Töchter, da sie dann Pferde füttern fahren muss.
Ich habe kein gutes Verhältnis zu ihr und verstehe mich gar nicht, sie feindet mich sichtlich an und ist mir gänzlich zuwider. Über Ihren Sohn Hagen wird berichtet, daß er den Mädchen schmutzige Wörter lernt und immer nur zur meiner Ältesten hält. Meine Kleine, ist nicht besonders glücklich mit dieser neuen Halbgeschwisterkonstellation.
Ich bemühe mich mit den Kindern immer das Gleich zu tun. So haben wir in Wien das Museumsquatier und die Ausstellungen im Zoom ebenso wie das Zusammentreffen unserer Freunde, den Manzanos, Blankensteins oder mit den Taufpaten meiner Kinder im Mittelpunkt unserer Ausflüge in die Großstadt. Die Jaquingasse ist ein häufiger Besuchsort, ebenso, wie der Monkipark schon das dritte Jahr ein Ort für die Geburtstagsparties geworden ist.
Verschiedene schöne Spielplätze und Schwimmbäder, genauso wie das Eislaufstadium und der Besuch der Oper sind schöne Erinnerungen.
Durch das Einrichten und Leben in Wilmersdorf hat sich ein neuer Ruheort und ein echtes Mamizuhause entwickelt, dies ist nun bald seit einem Jahr ein Bestand unseres gemeinsamen Lebens geworden, so daß die Clara jetzt festgestellt hat, daß sie, seit wir dort am Hauptplatz wohnen, bereits einen ganzen Kopf gewachsen ist.
Die Sommerferien am Gardasee, ebenso das Skifahren im Winter, sind auch schon fixe Bestandteile unserer Begegnungen und Ihrer Besuche bei mir. Mein Freund ist ihnen ein lieber und guter Freund und bietet ihnen auch immer wieder einmal besondere Erlebnisse, ebenso die Begegnung mit seinem elterlichem Landsitz und der Mutter, welches dann auch ein bisschen an Immendorf erinnert hat.
Südtirol bietet viel und vor allem ist es eine Welt mit Distanz vom alten Leben. Dadurch gehen wir vielen unangenehmen Konfrontationen aus dem Weg und erleben zusammen eine heile neue Welt. Es gibt hier keine Unsicherheiten und absolut keine Sorgen und Probleme. Sie haben bereits einen kleinen eigen Freundeskreis und wir sind beständig und gut sozialisiert, seit drei Jahren, im gleichen Haus, am Elisabethpark.
Das ich den Traum aufgeben musste, das sie zu mir ziehen dürfen, ist für mich erst eine Realität seit dem letzten Herbst, daß dadurch meine Ausgaben, Investitionen und Pläne alle stark belastet wurden eine unmittelbare Folge.
Warum es aber auf mich negativ zurückschlägt, daß ich nun in Wilmersdorf das aufgebaut habe, was ich Ihnen versprochen habe, ein echtes “Mamizuhause”, weiß ich nicht.
Ich jedenfalls übergebe sie nicht eine Minute an andere Personen, wenn wir zusammen sind, sondern verbringe die monatlichen 10 Tage, die ich sie nun bei mir habe komplett und ausschließlich mit Ihnen. Kümmere mich um alles, was sie brauchen und obwohl ich finanziell sehr belastet bin, fehlt es ihnen sicherlich an nichts!
Im Gegenteil, sie lernen wie man sich organisiert und dafür sorgt, daß man das was man braucht auch bekommt, bzw. sich danach richtet, was da ist und sich freut über den Luxus, wie dem Skifahren, den wir z.B. uns leisten. Beide haben in diesem Jahr sehr erfolgreich den 1 -2 Platz im Skirennen gemacht und sind ganz besonders fit unterwegs für ihr Alter und sehr ehrgeizig. Da ich eine Skilehrerin zur Mutter hatte und eine echte Bergsteigerin, ist es mir besonders wichtig, die Qualitäten die man daraus für das ganze Leben gewinnen kann herausholen. Mut, Genauigkeit, gute Planung, Sicherheit durch das eigene Können, das sind alles Dinge die ich wichtig finde und die meine Töchter bereits verinnerlicht haben!
Ich kann sehr stolz behaupten, und das wurde uns ja auch immer wieder, nicht nur vom Jugendamt, sondern auch von anderen Fachleuten bestätigt, wie toll unsere Töchter sind und das sie absolut gut entwickelt da stehen. Das schreibe ich auch der Intensität zu, denen ich meine Zeit mit Ihnen widme. Ebenso versuche ich das Band der Liebe gut zu halten, wenn wir nicht zusammen sind, rufe sie täglich an, schicke ihnen Post und Paket und bin innerlich viele Stunden bei ihnen.
Über die Kraft der Mutterliebe habe ich schon einiges gesagt und dass ich zielorientiert bin und ergebnisorientiert handle hat Frau Dr. Wörgötter ebenfalls bestätigt.
Ich kann also absolut behaupten, daß ich den Kindern Sicherheit, Kontinuität und Stabilität bieten kann, will und werde. Im Gegenteil ich möchte auf die Gefahr einer Trennung vom Vater und Ihrem jetzigen Leben durch einen Schicksalsschlag hinweisen. Was ist, wenn er einen Unfall hat oder sonst etwas passiert und er ein Pflegefall wird. Die Parkinsonkrankheit ist prädestiniert für solche unerwarteten plötzlichen Schläge. Dann müssen sie unvorbereitet wechseln und zu mir kommen. Der Gedanke, daß dann seine neue Frau und seine Familie in die elterlichen Pflichten genommen würden könnte, ist mir unerträglich und ein klarer Grund, warum ich niemals damit einverstanden sein kann, daß man mir die Obsorge entzieht!
das Argument das sich dann ja nichts Wesentliches ändert ist völlig unakzeptabel!
Das Leben ist oft unfair und ich freue mich über jede Minute, die meine Töchter Ihren Vater möglichst viel so erleben wie es ihm heute noch gut geht, auch wenn die Louisa schon weint und sagt, sie wünscht sich so sehr der Papi würde gehen können, wie wir.
Ich denke es würde vieles dafür sprechen, daß die Kinder langsam genauso viel in Wilmersdorf leben, wie in Kirchdorf und das sie in beiden Häusern komplett zu Hause sind, denn dann kann man je nach Lebenssituation und -lage entscheiden, wo es gerade für sie richtig ist zu sein.
Das ich für meine Jüngste gerne die Ballettstunden bei Nera Nicol realisiert hätte und für die Ältere die Zeiten im Alpenverein, gehört genauso zu den Entscheidungen, die wir jährlich mit den Kindern zusammen fällen sollten und müssen. Ebenso die Wahl der Schule und die berufliche Zukunft, da auch Frau Dr. Wörgötter sich gewundert hat, dass sie nicht aufs Gymnasium geht, wo sie eigentlich hingehört, wie sie sofort feststellte. Ich versteh daher nicht warum wir keine Medaitionssitzungen, wie verabredet mehr besuchen können. Es stimmt einfach nicht, daß die nicht erfolgreich waren. Wir wären immer noch im Kreise dieses Psychoterrors den ich erleben und ertragen musste.
Meine Unruhe und Labilität, die durch meine Lebenslage und den Verlust meiner Kinder sicherlich ihre Berechtigung hat, kann kein Grund sein, daß sie es nicht gut haben werden bei und mit mir. Im Gegenteil man kann davon ausgehen, daß es mir sofort besser geht. Ebenso kann die Versorgung kein Thema sein, da es dafür ja alle möglichen Regelungen geben könnte. Mein Ein- und Auskommen ist nun mal geprägt durch die Scheidung und ich kann aber genauso beweisen, daß ich immer alles nötige und wichtige für ein gutes Leben bekomme.
Ob Gott für uns sorgt, oder meine Freunde und Verwandten, oder der Staat, bzw. mein berufliche Entwicklung sich positiv gestaltet, daß kann man alles nicht als Bonität fixieren.
Fest steht jedenfalls, daß es uns am besten geht, wenn wir zusammen sind und daß es uns sicher an nichts fehlen wird, denn es tut sich immer eine Quelle auf, wenn man nur daran glaubt.
Der Glaube ist die wesentliche Grundlage für Vergebung und Verzeihung und auch für mein Verhältnis zur Ehe, daher kann ich heute nur sagen, daß die Auseinandersetzung mit dem Annullierungsversuch sicherlich eine Bereicherung ist, weil herauskommen wird, daß ich keine schwere Sünderin oder Betrügerin bin, sondern nur eine Frau, die schwach da steht im Patriarchat und daß ich schlecht bzw. gar nicht verteidigt wurde.
Ich habe das Sakrament der Ehe sicherlich nicht falsch entgegengenommen, ich komme nur aus anderen Kontexten und werde oft missverstanden. Ich glaube an die Freiheit des Willens, des Denkens und des Handelns und an eine Gesellschaft die sich entwickeln muss. Die Ehe ist mir heilig und meine Kinder noch mehr, daher schwöre ich vor Gott, das es ihnen niemals an irgendetwas fehlen wird und ich die Beste Mutter versuche zu sein, die man sein kann, als mein Selbstbildnis. Die Beschuldigungen und Verleumdungen gegen mich weise ich alle komplett zurück und reiche meine andere Wange, ich habe meinem Exmann nur sehr viele Liebeserklärungen geschrieben, ebenso meiner Schwiegermutter. Es gibt für mich das Böse im Neid und in dem Bedürfnis Macht auszuüben und in dem üblen Brauch anderen schlecht nachzureden. Die Sünden und die Taten, derer ich mich schäme und schuldig fühle, die beichte ich fast täglich und ich kann bezeugen, daß ich Gutes tun werde und schlechtes unterlasse, ebenso wie es an mir gar nichts kriminelles oder krankes gibt. Ich bin ein Kind meiner Zeit, ein Kind gescheiter Eltern und ein Zeitzeuge vieler Unsicherheiten und Ängste um das komplette Weltgeschehen, wie kann man mich da so anprangern?
Ich plädiere dafür daß meine Töchter, ab dem 1. September in mein Haus nach Wilmersdorf ziehen und ich die Obsorge bekommen, falls der KV diese nicht mit mir teilen möchte.
28. Juni
Tagebuchauszug aus dem letzten Seiten einer 5 monatigen Untersuchungshaft, welche mit einem Freispruch endete und doch Haftschädenauswirkungen, bis heute hinterließen.
...
Heute hat mich der Hans besucht. Durch diese hohen Besuche von lauter wichtigen Leuten, welche behaupten, sie sind meine Freunde, hat sich die wichtigste Untersuchungsrichterin meiner angenommen. Hans hat mich ziemlich beglückt! Er versucht mich zu trösten. Er meint meine Anklage sei nicht schlimm. Ein Kavaliersdelikt und ich werde sicher meine Unschuld beweisen können. Und später werde ich an diese Zeit nur noch als die, einer spannenden Vergangenheit, zurückdenken. Außerdem meint er muss ich darüber unbedingt ein Buch schreiben.
Da ich dann einen Gutsherrn geheiratet habe und irgendwie nicht wollte dass alle diese Geschichte kennen und darüber reden, habe ich das bis jetzt gelassen. Nun, da er mir aber nur noch schadet und sich so böse benimmt, kann es mir eigentlich auch egal sein. Meine Töchter wissen auch das meiste. Nur die Gesellschaft kann brutal sein. Vor allem die Kinder in der Schule und die Freundeskreise, daher wäre es mir lieber, alle Namen werden verändert und die Geschichte wird vielleicht einfach in die Schweiz, oder nach Frankreich verlegt. Nun, schauen wir mal. Nun, da ich im Moment noch in diesem Film, die Hauptrolle spiele, wäre es mir lieber, die Story wäre schon zu Ende. Außerdem fehlt eindeutig noch das Happy End.
Ich habe auch einfach kaum eine Hoffnung oder eine Idee, wie das aussehen könnte. Seit ich mich auch nicht mehr als Hans seine Braut sehe und mir eine Ehe mit ihm vorstelle, hat sich sowieso alles relativiert. Fühle mich sehr frei, träume von einem Leben in Luxemburg, vom Reiten und einem eher stillem Leben, mit nicht ganz so viel Aufregung.
Hoffentlich kommt bald mein Prozesstermin. Werde mich so sehr freuen, weil dann endlich ein Urteil gesprochen wird und ich weiß, wie es weiter geht. Am Schlimmsten ist dieses Warten auf das Jüngste Gericht! Dick bin ich geworden. Schön wäre es, wenn ich meine Figur noch etwas in den Griff bekomme. Und meine Haare werde ich blond färben, weil alle blonden Frauen Erfolg haben! Fühle mich nicht mehr besonders attraktiv, auch wenn ich als Schönheit gelte. Gott sei Dank. Das handelt mir zwar immer das Konkurrenzverhalten der Frauen ein, aber andererseits bekomme ich eine schöne Aufmerksamkeit von der männlichen Welt. Heute wurde mir Blut abgenommen für die Kontrolle meiner Werte und so weiß ich, was ich wiege. Möchte ungern mein Jod absetzen. Ich denke dass es mir gut tut. Aber vielleicht fühle ich mich eben einfach nur aufgedunsen und schlecht.
Das hin und her zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist mein Trauma geworden. Oft fühle ich mich krank.
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Eine
Leseprobe aus dem neusten Roman von Malen Radi.
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bei der Autorin
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